Vegan reisen mit Hund in der Toskana: Auf der Suche nach Lavendelfeldern

Als großer Lavendelfan gehört die Lavendelblüte in der Provence schon lange zu meinen persönlichen Reisetäumen. Einmal zwischen endlosen violetten Lavendelfeldern stehen, den Duft in der warmen Sommerluft genießen und gemeinsam mit unserem Hund durch diese besondere Landschaft spazieren – genau so stelle ich mir einen perfekten Sommerurlaub vor.

Doch bevor es irgendwann in die Provence geht, wollte ich herausfinden, ob sich dieser Traum vielleicht auch in Italien verwirklichen lässt.

Bei meiner Recherche entdeckte ich, dass es auch in der Toskana Lavendelfelder gibt. Und da wir ohnehin zur passenden Jahreszeit in Italien unterwegs waren, war die Idee für unseren nächsten Reiseabschnitt geboren:

Wir wollten die Toskana mit Hund entdecken, vegan essen und gleichzeitig auf die Suche nach der Lavendelblüte gehen.

Was zunächst nach einem ziemlich einfachen Plan klang, wurde schließlich zu einem abwechslungsreichen kleinen Roadtrip durch eine der schönsten Regionen Italiens.

Toskana mit Hund und veganem Lebensstil

Für uns bedeutet Reisen nicht, unseren Alltag komplett hinter uns zu lassen. Gerade wenn wir mit unserem Hund unterwegs sind, möchten wir unsere Reisen so gestalten, dass wir möglichst viele Erlebnisse gemeinsam genießen können.

Dazu gehört für uns auch die vegane Ernährung.

Vegan reisen mit Hund bedeutet deshalb nicht nur, ein schönes hundefreundliches Hotel zu finden. Es geht darum, eine Region zu entdecken, in der Mensch und Hund gemeinsam unterwegs sein können und in der sich auch die vegane Ernährung möglichst unkompliziert in den Reisealltag integrieren lässt.

Die Toskana ist dafür grundsätzlich eine interessante Region. Gerade außerhalb der großen Städte sollte man sich allerdings vorher etwas genauer informieren, wenn man konsequent vegan essen möchte.

In Siena findet man beispielsweise inzwischen zahlreiche Restaurants mit veganen Gerichten. Auch einige Restaurants werden gleichzeitig als hundefreundlich geführt.

Für uns sollte diese Reise deshalb auch ein kleiner Praxistest werden:

Wie einfach ist vegan reisen mit Hund in der Toskana tatsächlich?

Unsere Unterkunft in der Toskana

Unsere Unterkunft war das @ristoranteboscodellaspina.

Das Hotel liegt sehr ruhig und abgeschieden inmitten der toskanischen Landschaft. Genau diese Lage hat uns besonders gut gefallen.

Wer mit Hund unterwegs ist, weiß solche ruhigen Unterkünfte zu schätzen. Statt mitten im touristischen Trubel zu wohnen, kann man hier die Landschaft genießen und hat deutlich mehr Möglichkeiten, zwischendurch mit dem Vierbeiner eine Runde zu drehen.

Das Hotel selbst ist modern, sauber und gepflegt. Auch das Personal haben wir als ausgesprochen freundlich erlebt.

Unser Plan war eigentlich, ein paar entspannte Tage einzulegen: mit Hund durch die Landschaft spazieren, am Pool relaxen, gut essen und einfach einmal nichts tun.

Bei der Küche mussten wir allerdings schnell feststellen, dass veganes Essen im Hotel nicht unbedingt zum kulinarischen Konzept gehört.

Für Vegetarier gab es zwar Möglichkeiten, bei einer konsequent veganen Ernährung wurde es jedoch deutlich schwieriger.

Das ist für uns eine wichtige Erfahrung beim Reisen:

Eine Unterkunft kann noch so schön und hundefreundlich sein – wenn man sich vegan ernährt, lohnt es sich, vor der Buchung genau nachzufragen, welche Möglichkeiten es beim Frühstück und Abendessen tatsächlich gibt.

Wenn der Poolurlaub ins Wasser fällt

Am ersten Tag hatten wir noch gehofft, die meiste Zeit am Pool verbringen zu können.

Doch ab dem zweiten Tag machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

Statt Sonne und Pool gab es Wolken und Regen.

Für einen klassischen Entspannungsurlaub vielleicht etwas enttäuschend – für einen Toskana-Roadtrip mit Hund aber eigentlich die perfekte Gelegenheit, das Auto zu nehmen und die Umgebung zu erkunden.

Unser erstes Ziel:

Siena.

Siena mit Hund: Mittelalter, Kunst und vegane Möglichkeiten

Siena ist eine dieser Städte, bei denen man gar nicht lange überlegen muss, warum sie zu den bekanntesten Reisezielen der Toskana gehört.

Die historische Altstadt gehört seit 1995 zum UNESCO-Welterbe und ist außergewöhnlich gut erhalten.

Schon beim Spaziergang durch die engen mittelalterlichen Gassen fühlt man sich ein wenig wie auf einer Zeitreise.

Unser Hund war natürlich mit dabei.

Gerade bei einem Städtetrip mit Hund sollte man sich bewusst machen, dass historische Altstädte nicht immer besonders komfortabel für Vierbeiner sind. Kopfsteinpflaster, enge Gassen, viele Menschen und Treppen können für Hunde anstrengend sein.

Deshalb gilt für uns:

Nicht einfach Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern zwischendurch immer wieder Pausen einlegen und dem Hund Zeit zum Schnüffeln und Entdecken geben.

Das Schöne an Siena ist, dass man die Stadt wunderbar zu Fuß erkunden kann.

Unser wichtigster Anlaufpunkt war natürlich die Piazza del Campo.

Der muschelförmige Platz ist das Herz der Stadt und gehört zu den berühmtesten mittelalterlichen Plätzen Europas. Hier findet zweimal jährlich der berühmte Palio di Siena statt – ein traditionsreiches Pferderennen, bei dem die verschiedenen Stadtteile, die sogenannten Contrade, gegeneinander antreten.

Auch der Palazzo Pubblico mit seinem Torre del Mangia ist beeindruckend.

Und natürlich darf bei einem Besuch in Siena der Dom nicht fehlen. Die Kathedrale zählt zu den bedeutendsten gotischen Bauwerken Italiens und beeindruckt mit ihrer außergewöhnlichen Marmorverkleidung.

Für uns war Siena allerdings nicht nur kulturell interessant.

Auch die Frage „Wo kann man in Siena vegan essen?“ ließ sich erfreulich gut beantworten.

Vegan essen in Siena

Gerade wenn man vegan durch Italien reist, hat man manchmal ein etwas falsches Bild vor Augen.

Viele denken bei italienischer Küche zunächst an Käse, Parmesan, Mozzarella, Sahnesaucen und natürlich jede Menge Fleisch.

Dabei gibt es zahlreiche traditionelle Gerichte, die sich vegan genießen oder entsprechend abwandeln lassen.

In Siena gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Restaurants mit veganen Gerichten. Einige davon werden sogar gleichzeitig als hundefreundlich geführt.

Ein schönes Beispiel ist auch die traditionelle Pasta Pici. Die dicke, handgerollte Pasta wird klassischerweise aus Mehl und Wasser hergestellt und kann damit – abhängig von der jeweiligen Zubereitung und Sauce – eine sehr gute Grundlage für ein veganes Gericht sein. Auch bei unserer Recherche rund um Siena finden sich entsprechende vegane Varianten.

Für uns war es jedenfalls angenehm zu merken, dass veganes Essen in Siena nicht grundsätzlich ein Problem darstellt.

Und natürlich durfte auch das Dessert nicht fehlen.

Auf dem Heimweg machten wir noch einen Stopp bei @la_vecchia_latteria_siena und gönnten uns ein veganes Gelato.

Denn ganz ehrlich:

Italien ohne Gelato wäre für uns kein richtiger Italienurlaub.

Montepulciano mit Hund

Am nächsten Tag hatten wir deutlich mehr Glück mit dem Wetter.

Unser Ziel war Montepulciano.

Die historische Stadt liegt spektakulär auf einem Hügel im Süden der Toskana und ist vor allem für ihre Renaissance-Architektur und den berühmten Vino Nobile di Montepulciano bekannt.

Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis.

Die Landschaft rund um Montepulciano ist genau das, was viele mit der Toskana verbinden: sanfte Hügel, Zypressen, Weinberge, Olivenhaine und kleine historische Orte.

Montepulciano selbst ist eine Stadt zum Schlendern.

Wir ließen uns bewusst treiben und erkundeten die historischen Gassen gemeinsam mit unserem Hund.

Gerade für einen Urlaub mit Hund gefällt uns diese Art des Reisens besonders gut.

Keine strenge Planung.

Kein Zeitdruck.

Einfach laufen, schauen, schnüffeln und immer wieder anhalten.

Die Piazza Grande bildet das historische Zentrum der Stadt. Rundherum befinden sich bedeutende Renaissancegebäude und der Dom.

Montepulciano geht geschichtlich weit zurück. Die Ursprünge der Stadt reichen bis in die etruskische Zeit zurück. Im Mittelalter war die strategisch gelegene Stadt zwischen Siena und Florenz umkämpft, bevor sie später unter den Einfluss von Florenz geriet.

Heute ist Montepulciano vor allem für seine Weine bekannt.

Für uns stand allerdings weniger der Wein als vielmehr die Stadt selbst, die Architektur und natürlich gutes veganes Essen im Mittelpunkt.

Aperitivo mit Hund und Aussicht

Das Wetter war an diesem Tag zwar bedeckt, aber immerhin blieb es trocken.

Also suchten wir uns einen schönen Platz für einen Aperitivo.

Bei @romanticomontepulciano konnten wir die Aussicht genießen.

Leider fanden wir dort keine vegane Speise auf der Karte.

Und genau hier zeigt sich eine der Herausforderungen beim veganen Reisen in der Toskana:

Während man in größeren Städten zunehmend viele vegane Möglichkeiten findet, kann es in kleineren Orten und traditionellen Restaurants deutlich schwieriger sein.

Für uns ist das kein Grund, auf Reisen auf Genuss zu verzichten.

Man muss nur etwas flexibler planen.

Und manchmal führt genau das zu den schönsten Entdeckungen.

Vegan essen in Terquanda

Da wir an diesem Abend unbedingt noch richtig gut vegan essen wollten, beschlossen wir, auf dem Rückweg einen kleinen Umweg zu machen.

Unser Ziel war der winzige Ort Terquanda.

Und dieser Umweg hat sich definitiv gelohnt.

In der @ciriera_osteria_vegan konnten wir ein komplett veganes Abendessen genießen.

Für uns war das ein echtes Highlight.

Denn gerade auf Reisen mit Hund ist es unglaublich angenehm, wenn man nicht nur irgendeine vegane Beilage bekommt, sondern tatsächlich aus einer rein pflanzlichen Speisekarte auswählen kann.

So wurde aus einem eigentlich ungeplanten Abstecher eines unserer kulinarischen Highlights der Reise.

Und natürlich war unser Hund auch dabei.

Genau solche Restaurants machen für uns den Unterschied beim Reisen:

vegan, entspannt und gemeinsam mit Hund.

Toskana Urlaub mit Hund: Ruhe statt Sightseeing

Unser letzter Tag in der Toskana war schließlich der Tag, an dem wir bewusst nichts geplant hatten.

Und genau das tat gut.

Das Wetter war endlich wieder schön und wir konnten den ruhigen Hotelgarten genießen.

Unser Hund konnte die Umgebung erkunden, während wir einfach nur die Landschaft auf uns wirken ließen.

Die Toskana ist für mich ohnehin eine Region, die man nicht ausschließlich über Sehenswürdigkeiten erleben sollte.

Manchmal ist es viel schöner, einfach irgendwo zu sitzen und die Landschaft anzuschauen.

Die sanften Hügel, Olivenbäume, Weinberge und Zypressen vermitteln eine unglaubliche Ruhe.

Gerade wenn man mit Hund reist, ist das ein großer Vorteil.

Man kann den Tag anders gestalten.

Ein Spaziergang statt Museum.

Eine ruhige Landstraße statt Innenstadt.

Ein schattiger Garten statt überfüllter Sehenswürdigkeit.

Für uns ist genau das Slow Travel mit Hund.

Und dann war da noch der Lavendel

Natürlich habe ich während unserer gesamten Reise immer wieder nach Lavendelfeldern Ausschau gehalten.

Schließlich war das ursprünglich der Grund, warum ich überhaupt auf die Idee mit der Toskana gekommen war.

Aber die großen Lavendelfelder im Provence-Stil wollten sich einfach nicht zeigen.

Trotz intensiver Recherche konnten wir kein Feld entdecken, das meinen Vorstellungen von einem riesigen violetten Lavendelmeer entsprach.

Das einzige wirklich brauchbare Lavendelfoto stammt sogar vom Comer See.

Auf dem Heimweg hatten wir dann doch noch Glück.

Wir fuhren an einem winzigen Lavendelfeld vorbei.

Es war klein.

Sehr klein.

Aber es war Lavendel.

Und natürlich musste ich anhalten.

Vielleicht war genau dieses kleine Feld die perfekte Zusammenfassung unserer Reise.

Wir hatten zwar nicht das gefunden, wonach wir ursprünglich gesucht hatten – aber dafür unglaublich viele andere schöne Dinge entdeckt.

Mein Fazit: Vegan reisen mit Hund in der Toskana

Die Toskana war für uns nicht nur eine Reise auf der Suche nach Lavendel.

Sie war ein kleiner Roadtrip, bei dem wir ausprobiert haben, wie gut sich vegan reisen mit Hund in Italien miteinander verbinden lässt.

Unser Fazit fällt dabei ziemlich positiv aus.

Die Toskana bietet wunderschöne Landschaften, zahlreiche hundefreundliche Möglichkeiten und gerade in größeren Städten zunehmend gute Optionen für vegane Ernährung. Auch die offizielle Tourismusorganisation der Region beschreibt die Toskana als zunehmend pet-friendly und verweist auf hundefreundliche Unterkünfte, Restaurants, Aktivitäten und Strände.

Trotzdem lohnt sich ein wenig Vorbereitung.

Gerade bei kleineren Orten würde ich vorab prüfen:

Ist der Hund im Restaurant willkommen?

Gibt es vegane Gerichte?

Kann man draußen sitzen?

Gibt es in der Nähe Spaziermöglichkeiten?

Und vor allem: Passt die Unterkunft wirklich zu den Bedürfnissen von Mensch und Hund?

Bei Restaurants lohnt sich ebenfalls eine aktuelle Recherche. In Siena und Montepulciano gibt es inzwischen mehrere Möglichkeiten, bei denen sich vegane Ernährung und ein Restaurantbesuch mit Hund miteinander verbinden lassen. Die konkreten Regeln können sich allerdings ändern, weshalb wir vor einem Besuch immer noch einmal direkt beim Restaurant nachfragen würden.

Unsere persönlichen Highlights

Für uns waren die schönsten Momente dieser Reise:

Siena mit seiner beeindruckenden mittelalterlichen Altstadt.

Montepulciano mit seinen historischen Gassen und der wunderschönen Aussicht.

Das vegane Gelato in Siena.

Das vegane Dinner in Terquanda.

Die ruhige Landschaft rund um unsere Unterkunft.

Die gemeinsamen Spaziergänge mit unserem Hund.

Und natürlich das kleine Lavendelfeld am Ende der Reise.

Toskana oder Provence?

Die Frage ist für mich ganz einfach zu beantworten:

Die Provence steht weiterhin auf meiner Bucketlist.

Ich möchte irgendwann tatsächlich zwischen riesigen Lavendelfeldern stehen und diese berühmte Landschaft mit eigenen Augen sehen.

Aber bis dahin hat die Toskana einen festen Platz in meinem Reiseherzen.

Denn vielleicht ist das Schönste am Reisen mit Hund und veganem Lebensstil genau das:

Man reist nicht einfach von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit.

Man sucht nach hundefreundlichen Wegen.

Man entdeckt vegane Restaurants.

Man macht ungeplante Abstecher.

Man bleibt stehen, wenn der Hund schnüffeln möchte.

Man fährt einen Umweg für ein gutes Abendessen.

Und manchmal hält man mitten auf dem Heimweg an, weil plötzlich ein kleines Lavendelfeld am Straßenrand auftaucht.

Genau dafür liebe ich das Reisen.

Und genau deshalb wird auch unser nächster Italien-Trip wieder nach dem Motto stattfinden:

Vegan reisen mit Hund – gemeinsam die Welt entdecken.

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