Auf unserer Fahrt in die Toskana hatten wir einen Zwischenstopp in Genua eingeplant.
Nicht nur, weil die ligurische Hafenstadt direkt am Mittelmeer liegt und damit eigentlich nach einem perfekten Zwischenstopp klingt, sondern auch, weil wir versuchen, in unsere Reisen immer ein bisschen Kultur einzubauen.
Für uns gehört Reisen einfach nicht nur aus schönen Landschaften, gutem Essen und Entspannung. Wir möchten auch die Städte und ihre Geschichte kennenlernen – zumindest ein kleines bisschen.
Und Genua schien dafür ein ideales Ziel zu sein.
Eine historische Hafenstadt am Ligurischen Meer, beeindruckende Paläste, verwinkelte Altstadtgassen, mediterranes Lebensgefühl und dazu natürlich italienische Küche.
Was kann da schon schiefgehen?
Nun ja …
Wenn man zusätzlich mit Hund reist und sich vegan ernährt, kann eine Städtereise plötzlich etwas komplizierter werden.
Aber genau das macht für uns Vegan reisen mit Hund aus: Nicht immer läuft alles nach Plan, dafür erlebt man unterwegs umso mehr.
Mit Hund durch Italien – jede Reise ist eine kleine Herausforderung
Für Ede und mich war es bereits die dritte gemeinsame Reise nach Italien.
Mit Hannah zusammen war es allerdings erst unsere zweite Italienreise.
Und wer schon einmal mit Hund unterwegs war, weiß: Reisen mit Hund will ein bisschen besser geplant sein.
Die Herausforderungen beginnen bereits bei der Hotelauswahl.
Ist der Hund erlaubt?
Gibt es einen Park oder Grünflächen in der Nähe?
Kann man bei hohen Temperaturen schnell nach draußen?
Sind Restaurants in der Umgebung hundefreundlich?
Und besonders wichtig für uns: Gibt es Möglichkeiten, sich vegan zu ernähren?
Gerade im Sommer spielt außerdem das Wetter eine große Rolle. Hohe Temperaturen können für Hunde in Städten schnell anstrengend werden. Asphalt und Stein speichern die Hitze, Schattenplätze sind nicht immer leicht zu finden und lange Sightseeing-Touren sind für einen Vierbeiner nicht unbedingt das schönste Urlaubserlebnis.
Deshalb versuchen wir unsere Reiserouten immer so zu planen, dass Hannah genügend Möglichkeiten für Pausen, Schatten und Spaziergänge bekommt.
Bei Genua waren wir allerdings ziemlich optimistisch.
Eine Stadt direkt am Meer, unser Hotel unmittelbar neben einem Park – da kann doch eigentlich nicht viel schiefgehen.
Dachten wir.
Unser Hotel in Genua
Unsere Unterkunft war das Best Western Modern Verdi.
Für ein Vier-Sterne-Hotel waren unsere Erwartungen ehrlich gesagt etwas höher. Das Hotel war für uns deshalb eine kleine Enttäuschung.
Allerdings muss man auch fair bleiben:
Das Personal war ausgesprochen freundlich und vor allem auch sehr lieb zu Hannah.
Und da wir Genua ohnehin nur als Zwischenstopp auf unserer Reise in die Toskana eingeplant hatten, war das Hotel für uns letztendlich in Ordnung.
Wir wollten hier keine Wellnesswoche verbringen, sondern hauptsächlich schlafen, frühstücken und anschließend die Stadt erkunden.
Für eine Nacht war es deshalb absolut okay.
Gerade bei einem Roadtrip durch Italien mit Hund haben wir inzwischen gelernt, dass die perfekte Unterkunft nicht immer notwendig ist. Viel wichtiger ist für uns, dass Hund und Mensch willkommen sind und die Lage für unsere Reiseplanung passt.
Genua mit Hund – und die Sache mit dem Strand
Bei unserer Planung hatten wir uns natürlich auch Gedanken darüber gemacht, wie wir Hannah in Genua etwas Abwechslung bieten können.
Immerhin liegt Genua direkt am Meer.
Wir hatten deshalb gehofft, nach dem Sightseeing vielleicht noch einen kleinen Abstecher an den Strand machen zu können.
Online hatten wir eine Strandanlage gefunden, die als hundefreundlich ausgewiesen war.
Perfekt.
Oder auch nicht.
Denn vor Ort mussten wir feststellen, dass es diese Strandanlage inzwischen nicht mehr gibt.
Der nächste Strand außerhalb der Stadt war leider ziemlich weit entfernt.
Für einen kurzen Zwischenstopp mit Hund war das für uns keine wirklich praktikable Option.
Also hieß es:
Genua Sightseeing statt Strandurlaub.
Und damit mussten wir natürlich auch unseren Tagesplan ein wenig anpassen.
Genua – eine der bedeutendsten Hafenstädte Italiens
Genua ist eine Stadt mit einer beeindruckenden Geschichte.
Die Hauptstadt Liguriens liegt an der ligurischen Küste und war über Jahrhunderte eines der wichtigsten Handels- und Finanzzentren Europas.
Im Mittelalter entwickelte sich Genua zu einer mächtigen Seerepublik. Gemeinsam mit Venedig, Pisa und Amalfi gehörte die Stadt zu den bedeutenden italienischen Seemächten.
Der Hafen war dabei schon immer das Herz der Stadt.
Auch heute ist der Hafen von Genua einer der bedeutendsten Häfen Italiens und einer der wichtigsten Seehäfen im Mittelmeerraum.
Wer Genua besucht, begegnet deshalb überall der Verbindung von Stadt und Meer.
Historische Hafenanlagen, moderne Schiffe, Fähren, Kreuzfahrtschiffe und alte Paläste liegen teilweise nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.
Auch Christoph Kolumbus wird häufig mit Genua verbunden. Die Stadt gilt traditionell als sein Geburtsort, wobei die genauen historischen Details rund um seine Herkunft bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen sind.
Für uns war Genua deshalb vor allem eines:
Eine Stadt mit unglaublich viel Geschichte.
Genua Sehenswürdigkeiten – wir machen es lieber etwas ruhiger
Natürlich gibt es in Genua jede Menge Sehenswürdigkeiten.
Dazu gehören beispielsweise der alte Hafen mit dem Porto Antico, die Kathedrale San Lorenzo, der Palazzo Ducale und die berühmten Palazzi dei Rolli.
Letztere sind besonders interessant.
Die Palazzi dei Rolli sind eine Gruppe historischer Adelspaläste, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden besonders prächtige Paläste ausgewählter Genueser Familien genutzt, um hochrangige Besucher der Republik zu beherbergen.
Architektur- und Geschichtsfans könnten in Genua also problemlos mehrere Tage verbringen.
Wir allerdings haben unsere ganz eigene Art, eine Stadt zu erkunden.
Wir versuchen die klassischen Touristenströme meistens gekonnt zu umgehen.
Nicht weil wir uns nicht für Sehenswürdigkeiten interessieren.
Ganz im Gegenteil.
Aber gerade wenn wir mit Hannah unterwegs sind, genießen wir es viel mehr, einfach durch die Stadt zu schlendern und die Atmosphäre auf uns wirken zu lassen.
Durch die kleinen Gassen von Genua
Unser Weg führt uns deshalb durch die kleinen Gassen der Altstadt.
Und genau hier zeigt Genua für mich sein eigentliches Gesicht.
Die sogenannten Caruggi, die engen historischen Gassen der Altstadt, sind teilweise so schmal, dass kaum Sonnenlicht bis nach unten gelangt.
Und das war an unserem warmen Reisetag ein echter Vorteil.
Während sich auf breiteren Straßen die Hitze staute, war es in den schmalen Gassen deutlich angenehmer.
Auch für Hannah war das wesentlich entspannter.
Wir konnten in Ruhe durch die Stadt laufen, immer wieder stehen bleiben und kleine Details entdecken.
Alte Fassaden.
Verzierte Fenster.
Kleine Innenhöfe.
Wäscheleinen zwischen den Häusern.
Winzige Geschäfte.
Und natürlich immer wieder der Geruch von italienischem Essen.
Genau solche Momente lieben wir beim Reisen.
Man muss nicht immer von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen.
Manchmal reicht es, einfach loszulaufen.
Vegan essen in Genua
Natürlich stellte sich für uns auch in Genua wieder die Frage:
Wo kann man vegan essen?
Gerade auf einem Roadtrip durch Italien ist das für uns ein wichtiger Teil der Reiseplanung.
Die italienische Küche bietet glücklicherweise eine gute Basis für vegane Ernährung. Pasta, Pizza, Gemüse, Hülsenfrüchte und zahlreiche regionale Spezialitäten lassen sich vegan zubereiten oder entsprechend anpassen.
Trotzdem ist es gerade in traditionellen Restaurants nicht selbstverständlich, eine größere Auswahl an veganen Gerichten zu finden.
Für unsere Restaurantrecherche hat uns deshalb wieder HappyCow gute Dienste geleistet.
Und wir wurden fündig.
Frühstück bei Tazze Pazze
Unser Frühstück genossen wir bei @tazze_pazze.
Gerade bei einem Städtetrip ist ein gutes Frühstück für uns der perfekte Start in den Tag.
Und wenn dabei auch vegane Optionen zur Auswahl stehen, ist die Stimmung gleich noch besser.
Danach waren wir bestens gerüstet für unseren Spaziergang durch Genua.
Vegane Pizza und genovesisches Pesto
Auch am Abend ließ uns die vegane Suche nicht im Stich.
Bei @pizzeriadelponte bekamen wir eine sehr leckere vegane Pizza-Variante.
Ede entschied sich für eine hausgemachte Pasta Genovese.
Und natürlich gehört zu Genua ganz besonders:
Pesto Genovese.
Die berühmte grüne Sauce stammt aus Ligurien und wird traditionell aus Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Parmesan, Pecorino und Olivenöl hergestellt.
Für mich als Veganer muss der Käse natürlich draußen bleiben.
Aber Edes Pasta hat mich trotzdem neidisch gemacht.
Ich muss ehrlich sagen:
So ein leckeres Pesto habe ich selten probiert.
Die Kombination aus intensivem Basilikum, Knoblauch, hochwertigem Olivenöl und den gerösteten Pinienkernen ist einfach großartig.
Wer Genua besucht, sollte deshalb unbedingt einmal die ligurische Küche probieren.
Und wer vegan unterwegs ist, sollte bei der Bestellung einfach konkret nachfragen, ob das Pesto ohne Käse zubereitet werden kann.
Genua mit Hund: Kleine Gassen statt großer Sehenswürdigkeiten
Unser Aufenthalt in Genua hat uns auch wieder gezeigt, dass Urlaub mit Hund manchmal eine andere Art des Reisens bedeutet.
Während andere Besucher vielleicht stundenlang Museen besichtigen oder Sehenswürdigkeiten von innen erkunden, waren wir viel draußen unterwegs.
Für Hannah war das wahrscheinlich ohnehin die bessere Variante.
Sie interessiert sich schließlich deutlich mehr für Gerüche als für Renaissancepaläste.
Und so wurden die engen Gassen von Genua zu unserem persönlichen Sightseeing-Parcours.
Wir konnten die Stadt erleben, ohne Hannah mit einem überfüllten Programm zu überfordern.
Für uns ist das mittlerweile ein wichtiger Bestandteil beim Reisen mit Hund in Italien:
Nicht alles muss gemeinsam möglich sein.
Aber möglichst viel sollte gemeinsam Spaß machen.
Ein kleiner Strandmoment zum Abschluss
Nach unserem Stadtbummel machten wir uns langsam wieder auf den Weg zurück zum Hotel.
Und dann entdeckten wir auf dem Heimweg noch ein kleines Stück Strand.
Eigentlich war dieser Bereich nicht offiziell als Hundestrand ausgewiesen und auch nicht vollständig abgesperrt.
Uns war bewusst, dass wir uns damit auf dünnem Eis bewegten.
Aber für einen kurzen Moment konnten wir Hannah dort noch ein bisschen am Wasser toben lassen.
Die Abendstimmung war wunderschön.
Die Sonne stand bereits tief, das Licht wurde wärmer und das Meer glitzerte.
Nach einem langen Tag durch die Stadt war dieser kleine Moment am Wasser genau das, was wir gebraucht hatten.
Hannah konnte noch einmal richtig Gas geben und wir konnten den Tag entspannt ausklingen lassen.
Natürlich würden wir für einen geplanten Strandtag immer einen offiziell ausgewiesenen und aktuell bestätigten Hundestrand wählen.
Für uns war es einfach ein schöner Zufall am Ende unseres Genua-Aufenthalts.
Unser Fazit: Genua mit Hund und vegan
Und wie fällt unser persönliches Fazit aus?
Genua haben wir jetzt auch einmal gesehen.
Die Stadt ist historisch unglaublich interessant, architektonisch beeindruckend und als bedeutender Hafenstandort absolut sehenswert.
Die Altstadt mit ihren engen Caruggi hat uns besonders gut gefallen.
Auch kulinarisch hatten wir dank unserer Recherche keine Probleme, vegan zu essen.
Gerade Siena und Genua haben uns auf dieser Italienreise gezeigt, dass vegane Ernährung auch unterwegs zunehmend einfacher wird – vorausgesetzt, man informiert sich vorher ein wenig.
Mit Hund war Genua für uns allerdings etwas schwieriger.
Vor allem die fehlende Möglichkeit, unkompliziert einen Hundestrand in der Nähe zu erreichen, war schade.
Für einen längeren Urlaub würden wir deshalb wahrscheinlich einen anderen Ort wählen.
Als Zwischenstopp auf einem Italien-Roadtrip mit Hund war Genua für uns aber absolut okay.
Und vielleicht ist das auch das Schöne am Reisen:
Nicht jeder Ort muss sofort zum Lieblingsort werden.
Manche Städte entdeckt man, andere verliebt man sich.
Genua gehört für uns eher zur ersten Kategorie.
Genua oder andere Orte in Ligurien?
Wenn ihr mit Hund durch Ligurien reist und etwas mehr Zeit habt, würden wir beim nächsten Mal wahrscheinlich auch andere Orte einplanen.
Camogli beispielsweise ist ein kleiner, malerischer Küstenort östlich von Genua und bekannt für seine bunten Häuser direkt am Meer.
Santa Margherita Ligure bietet elegante Promenaden, mediterranes Flair und liegt in der Nähe von Portofino.
Portofino selbst gehört zu den bekanntesten Orten der ligurischen Küste. Der kleine Hafen mit den bunten Häusern und den grünen Hügeln ist wunderschön, allerdings gerade in der Hauptsaison auch entsprechend gut besucht.
Wer Natur und Wandern liebt, sollte außerdem den Parco Naturale Regionale di Portofino auf dem Reiseplan haben. Für einen Urlaub mit Hund kann die Kombination aus Küstenlandschaft und Wanderwegen besonders interessant sein – natürlich immer unter Beachtung der jeweils geltenden Regeln für Hunde im Schutzgebiet.
Und auch die Cinque Terre liegen nicht allzu weit entfernt.
Die fünf berühmten Küstendörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore sind eines der bekanntesten Reiseziele Liguriens.
Für uns wäre allerdings gerade mit Hund eine gute Planung wichtig, denn die schmalen Wege, vielen Treppen und teilweise sehr großen Besucherzahlen können für einen Vierbeiner durchaus anstrengend sein.
Unser Tipp für veganes Reisen mit Hund
Unser Genua-Aufenthalt hat uns wieder einmal gezeigt, dass eine gute Vorbereitung bei Reisen mit Hund Gold wert ist.
Vor allem bei einem veganen Urlaub mit Hund in Italien recherchieren wir inzwischen vorab:
Welche Restaurants bieten vegane Gerichte?
Wo sind Hunde willkommen?
Gibt es Grünflächen in der Nähe des Hotels?
Welche Strände erlauben Hunde?
Wie heiß wird es?
Und gibt es eine Möglichkeit, die Stadt zu erkunden, ohne den Hund stundenlang durch die Mittagshitze zu schicken?
Apps wie HappyCow helfen uns bei der Suche nach veganen Restaurants, während wir bei hundefreundlichen Angeboten zusätzlich immer noch einmal die aktuellen Informationen der jeweiligen Anbieter prüfen.
Denn gerade bei Stränden und Restaurants können sich Regeln und Öffnungszeiten ändern.
Unser persönliches Genua-Fazit
Genua hat uns nicht vollständig überzeugt.
Aber es hat uns einen spannenden Einblick in eine Stadt gegeben, die viel mehr ist als nur ein Zwischenstopp am Meer.
Eine Stadt mit einer beeindruckenden Seefahrtsgeschichte.
Eine Stadt mit wunderschönen Palästen.
Eine Stadt mit engen, geheimnisvollen Gassen.
Eine Stadt mit fantastischem Pesto.
Und eine Stadt, in der wir trotz kleiner Herausforderungen auch vegan und mit Hund einen schönen Tag verbringen konnten.
Haben wir Genua jetzt auch einmal gesehen? Definitiv.
Würden wir beim nächsten Italienurlaub wiederkommen? Wahrscheinlich eher nicht.
Denn Italien hat für uns noch viele andere Orte zu bieten, die besser zu unserer Art des Reisens mit Hund passen.
Aber genau deshalb schreiben wir über unsere Reisen.
Nicht nur über die perfekten Orte.
Sondern auch über die Ziele, die uns weniger begeistert haben.
Denn ein ehrlicher Reisebericht sollte nicht nur zeigen, wo alles traumhaft war.
Er sollte auch dabei helfen, herauszufinden, welcher Ort zu den eigenen Reisebedürfnissen passt.
Und für uns bedeutet das:
Vegan reisen. Mit Hund. Möglichst entspannt. Und immer auf der Suche nach dem nächsten kleinen Abenteuer.











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