Nach Bukarest liegen noch einige Kilometer vor uns.
Knapp fünf Stunden fahren wir durch die Nacht, bevor wir kurz hinter der serbischen Grenze einen kleinen Campingplatz erreichen.
Die Betreiberin wartet tatsächlich noch auf uns und empfängt uns unglaublich freundlich. Sogar ein wenig Deutsch spricht sie.
Es ist bereits kurz nach 21 Uhr und längst dunkel, als wir endlich die Grenzkontrollen hinter uns lassen. Wir sind die einzigen Gäste und genießen die ungewohnte Ruhe nach den vergangenen, ziemlich ereignisreichen Tagen.
Für eine Nacht ist dieser kleine Campingplatz genau das, was wir brauchen.
Serbien mit dem Camper: Wenn plötzlich das Internet weg ist
Am nächsten Morgen lassen wir es gemütlich angehen.
Wir frühstücken in aller Ruhe, trinken Kaffee und machen uns erst gegen Mittag wieder auf den Weg. Unser Ziel: Belgrad. Eigentlich.
Wir fahren entlang der Donau und weiter ins Landesinnere. Vorbei an weiten Feldern, kleinen Ortschaften und immer wieder wunderschönen Ausblicken.
Serbien überrascht uns schon während der Fahrt mit seiner abwechslungsreichen Landschaft. Das Land liegt zwischen Mitteleuropa und dem Balkan und wird von mehreren großen Flüssen durchzogen. Die Donau ist dabei einer der wichtigsten Wasserwege Europas und führt mitten durch Belgrad.
Eigentlich freuen wir uns darauf, die serbische Hauptstadt kennenzulernen.
Doch dann kommt die Überraschung.
Kurz nach der Abfahrt stellen wir fest: Unser Daten-Roaming funktioniert nicht.
Serbien gehört nicht zur Europäischen Union und damit greifen die für EU-Länder geltenden Roaming-Regeln hier nicht. Unser Datenvolumen ist offenbar bereits aufgebraucht.
Wie konnte uns dieses kleine Detail entgehen?
Ich hatte wirklich alles vorrecherchiert. Sogar die Spritpreise der einzelnen Länder.
Aber das Daten-Roaming? Offenbar nicht.
Nun stehen wir da: ohne Internet, ohne passende Offline-Karten und ohne Möglichkeit, spontan nach einem Campingplatz oder einem veganen Restaurant zu suchen.
Eigentlich ziemlich lustig. In diesem Moment allerdings weniger.
Nach der langen Fahrt und den aufregenden letzten Tagen entscheiden wir uns schließlich: Belgrad muss warten.
Wir fahren non-stop weiter Richtung Kroatien.
Die Sonne steht bereits tief, als wir die serbisch-kroatische Grenze erreichen. Kaum sind wir in Kroatien angekommen, funktioniert auch unsere Navigation wieder.
Selten hat sich ein kleines Symbol auf dem Smartphone so gut angefühlt.
Völlig erschöpft erreichen wir spätabends einen Campingplatz östlich von Zagreb.
Wir fallen ins Bett und schlafen nach diesem langen Tag sofort ein.
Vielleicht kommen wir eines Tages zurück.
Dann besser vorbereitet, mit ausreichend Datenvolumen und vor allem mit mehr Zeit für Serbien.
Denn was wir während der Fahrt von der Landschaft gesehen haben, macht definitiv Lust auf mehr.






Zagreb mit Hund: Kroatiens grüne Hauptstadt
Am nächsten Morgen trennen uns nur noch etwa eine Stunde Fahrt von Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens.
Nach den vergangenen Tagen freuen wir uns auf einen entspannten Stadtbummel – und darauf, endlich wieder etwas Zeit für uns und Hannah zu haben.
Zagreb liegt im Norden des Landes am Fuß des Medvednica-Gebirges und ist mit rund 800.000 Einwohnern die mit Abstand größte Stadt Kroatiens.
Unser Spaziergang beginnt im Park Zrinjevac. Der Park gehört zum sogenannten Grünen Hufeisen, einer Reihe miteinander verbundener Parks und Plätze, die sich durch die Unterstadt ziehen. Alte Platanen, gepflegte Rasenflächen, Brunnen und historische Gebäude machen diesen Teil der Stadt zu einer richtig schönen grünen Oase.
Und für uns besonders wichtig: In vielen Parks Zagrebs sind Hunde willkommen.
Perfekt für uns und Hannah.
Zagreb zu Fuß entdecken
Von Zrinjevac laufen wir weiter Richtung Ban-Jelačić-Platz, dem zentralen und wohl bekanntesten Platz der Stadt.
Hier treffen sich Einheimische und Touristen, Straßenbahnen fahren vorbei und rundherum gibt es zahlreiche Geschäfte, Cafés und Restaurants.
Wir entdecken außerdem einen kleinen regionalen Markt und können natürlich nicht widerstehen.
Ein Glas Kürbiskernpesto wandert in unsere Einkaufstasche.
Danach brauchen wir erst einmal eine Pause.
Bei Filteraj gönnen wir uns einen Kaffee- und Matcha-Stopp und beobachten ein bisschen das Treiben auf den Straßen.
Genau solche kleinen Pausen lieben wir auf unseren Reisen. Kein straffer Sightseeing-Plan.
Einfach durch die Stadt laufen, irgendwo sitzen bleiben und schauen, was passiert.
Kaptol und die historische Oberstadt
Vorbei an der imposanten Kathedrale von Zagreb geht es hinauf nach Kaptol.
Gemeinsam mit Gradec bildet Kaptol den historischen Kern der Stadt.
Hier fühlt sich Zagreb plötzlich ganz anders an.
Mittelalterliche Gassen, barocke Gebäude, kleine Innenhöfe und gemütliche Lokale prägen das Viertel.
Wir lassen uns treiben und landen schließlich bei Biomania, wo wir uns durch die vegane Karte schlemmen. Auch Hannah kommt auf ihre Kosten.
Sie bekommt selbstgebackene vegane Hundekekse serviert.
Für uns ist das natürlich sofort ein Pluspunkt.
Wer mit Hund reist, freut sich über solche kleinen Aufmerksamkeiten besonders.






Strossmayer-Promenade und Markusplatz
Gestärkt steigen wir die Stufen zur Strossmayer-Promenade hinauf.
Die Promenade verläuft entlang der historischen Oberstadt und bietet immer wieder schöne Ausblicke über die Dächer Zagrebs.
Von hier aus geht es weiter zur berühmten St.-Markus-Kirche.
Ihr buntes Dach mit den Wappen von Zagreb und des ehemaligen Königreichs Kroatien-Slawonien-Dalmatien gehört zu den bekanntesten Fotomotiven der Stadt.
Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Ihr heutiges Erscheinungsbild wurde allerdings im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert.
Wer die vielen Stufen hinauf zur Oberstadt vermeiden möchte, kann übrigens die historische Standseilbahn nutzen.
Die Zagreber Standseilbahn verbindet die Unter- und Oberstadt und gilt mit ihrer sehr kurzen Strecke als eine der kürzesten öffentlichen Standseilbahnen der Welt.
Wir bleiben allerdings bei unserem Spaziergang.
Nach so vielen Tagen im Camper tut Bewegung richtig gut.
Wir bummeln noch durch die kleinen Geschäfte der Altstadt, bevor der Tag langsam zu Ende geht.
Unser Fazit zu Zagreb mit Hund
Zagreb hat uns richtig gut gefallen.
Die Stadt ist malerisch, entspannt und überraschend grün. Dazu kommen gemütliche Cafés, Street Art, historische Gebäude und eine angenehme Mischung aus Großstadt und Kleinstadtgefühl.
Auch mit Hund fühlen wir uns hier sehr wohl.
Besonders die vielen Grünflächen machen Zagreb für uns zu einem schönen Reiseziel für eine Städtereise mit Hund.
Seit 2021 wird Zagreb außerdem von einer links-grünen Stadtpolitik geprägt, die unter anderem Themen wie Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und die Umgestaltung öffentlicher Räume in den Mittelpunkt stellt.
Für uns heißt es trotzdem wieder: Abschied nehmen.
Denn unsere Reise neigt sich langsam dem Ende entgegen.
Bevor wir endgültig Richtung Heimat fahren, machen wir noch einen kleinen Umweg an die kroatische Küste.
Unser nächstes Ziel liegt auf der Halbinsel Istrien.






Istrien mit Hund: Ein Traumstrand für Vierbeiner
Nach den vielen Städten, langen Fahrten und emotionalen Erlebnissen der vergangenen Tage sehnen wir uns nach einem entspannten Abschluss unserer Osteuropa-Reise.
Und wo könnte das besser funktionieren als am Meer?
Istrien ist die größte Halbinsel der nördlichen Adria und gehört größtenteils zu Kroatien. Die Region ist bekannt für ihre zerklüftete Küste, türkisblaues Wasser, kleine Küstenorte und mediterrane Landschaften.
Hier entdecken wir einen ganz besonderen Ort den wir eigentlich schon bei unserer letzen Kroatien Reise besuchen wollten.
Einen Ort, an dem sich alles um den liebsten Begleiter des Menschen dreht.
Hundestrand in Kastanija
Der speziell für Hunde ausgewiesene Strand liegt in Kastanija, in der Nähe von Novigrad und zwischen zwei Campingplätzen.
Als wir am Abend ankommen, ist es bereits dunkel.
Für diese eine Nacht entscheiden wir uns deshalb für einen nahegelegenen 24-Stunden-Parkplatz.
Am nächsten Morgen stehen wir früh auf.
Noch ist es ruhig und wir machen uns direkt auf den Weg zum Strand.
Wir gehören zu den ersten Besuchern und können uns deshalb den perfekten Platz aussuchen.
Und dann sehen wir das Meer.
Wie so viele Strände an der kroatischen Adriaküste besteht auch dieser nicht aus feinem Sand, sondern aus Steinen und Kies.
Dafür ist das Wasser glasklar und leuchtet türkisblau.
Fast ein bisschen wie Karibik.
Ein Strand für Hunde und ihre Menschen
Wir verbringen einige entspannte Stunden am Meer und beobachten, wie nach und nach die unterschiedlichsten Vierbeiner den Strand erobern.
Vom winzigen Teacup-Hündchen über Dalmatiner und Golden Retriever bis hin zu Tierschutzhunden wie Hannah ist alles vertreten.
Eines haben sie offenbar gemeinsam: Für ihre Menschen sind sie der Mittelpunkt der Welt. Und genau das gefällt uns hier so gut.
Es geht nicht darum, dass Hunde einfach nur geduldet werden. Sie gehören hier ganz selbstverständlich dazu.
Gegen Mittag wechseln wir vom Wasser in die Bar und gönnen uns einen veganen Burger und eine kühle Erfrischung.
Die entspannte Lounge-Atmosphäre ist dabei nicht nur für die Zweibeiner gedacht.
Auch die Hunde bekommen eigene Chill-out-Bettchen.
Und überhaupt verraten die Accessoires, Liegeplätze und Dekorationen an jeder Ecke, wem hier die eigentliche Aufmerksamkeit gehört. Den Hunden.
Für uns ist dieser Ort genau das, was wir nach den vergangenen Tagen gesucht haben:
Ruhe. Türkisblaues Meer. Sonne. Und ganz viel Hundeglück.
Ein echter Traumstrand für Vierbeiner und ihre Menschen.






Unser letzter Tag in Kroatien
Nach diesem traumhaften Tag am Meer heißt es endgültig Abschied nehmen. Wir machen uns auf den Weg zurück nach Hause. Hinter uns liegen tausende Kilometer, mehrere Länder, unzählige neue Eindrücke und viele kleine Abenteuer.
Wir haben mit Hannah Städte erkundet, vegane Restaurants entdeckt, sind durch die Karpaten gewandert, haben Bärenspuren gesehen, einen Tierschutzverein besucht und am Ende noch einen perfekten Tag am Meer verbracht. Nicht alles lief nach Plan. Zum Glück.
Denn manchmal entstehen gerade aus den ungeplanten Momenten die Geschichten, an die man sich später am liebsten erinnert. Und vielleicht gehört genau das für uns zum Vegan reisen mit Hund dazu. Nicht alles vorher wissen. Nicht alles perfekt planen.
Sondern gemeinsam unterwegs sein, neue Orte entdecken und schauen, was hinter der nächsten Kurve wartet.
Jetzt aber geht es wirklich nach Hause. Mit einem ziemlich müden Hund, vielen Erinnerungen und der Gewissheit, dass diese Reise noch lange nachwirken wird.



Restaurant- und Reisetipps
Zagreb
Filteraj
@filteraj.zg
Kaffee- und Matcha-Stopp in Zagreb.
Biomania
@biomaniahr
Vegane Küche mit einer guten Auswahl an pflanzlichen Gerichten. Auch für Hundemenschen eine schöne Adresse: Hannah bekam hier selbstgebackene vegane Hundekekse.
Istrien
Dog Dreams Beach & Bar
@dogdreamsbeachandbar
Hundestrand mit Bar und Lounge-Bereich in Kastanija. Ein schöner Ort für einen entspannten Tag am Meer mit Hund.
Extra-Tipp:
Für die kroatischen Strände unbedingt Badeschuhe einpacken. Viele Strände an der Adriaküste sind steinig oder bestehen aus Kies und auch der Einstieg ins Wasser kann stellenweise steinig sein.


Schreibe einen Kommentar