Triest mit Hund: veganer Roadtrip durch Italien nach Kroatien

Auf dem Weg nach Kroatien liegt Triest beinahe direkt auf unserer Strecke. Und weil wir ohnehin nicht einfach nur durchfahren möchten, entscheiden wir uns kurzerhand, eine Nacht in der italienischen Hafenstadt zu verbringen.

Was zunächst wie ein praktischer Zwischenstopp auf unserem Roadtrip nach Kroatien klingt, entpuppt sich schnell als eine richtig schöne erste Etappe unserer Reise. Triest überrascht uns mit einer spannenden Mischung aus italienischem Lebensgefühl, österreichisch-ungarischer Geschichte, mediterraner Atmosphäre und einer Lage direkt am Meer.

Und natürlich ist auch unsere Tierschutzhündin Hannah mit dabei.

Triest mit Hund: Ankommen im Hotel Le Corderie

Für unsere Nacht in Triest entscheiden wir uns für das hundefreundliche Hotel Le Corderie. Das Hotel liegt etwas abseits des großen Trubels in einer ruhigen Wohngegend.

Nach der Fahrt ist das genau das, was wir brauchen.

Wir werden freundlich empfangen und fühlen uns schon beim Betreten des Hotels wohl. Alles ist gepflegt und liebevoll eingerichtet und auch Hannah scheint direkt mit ihrer Unterkunft einverstanden zu sein.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht. Schließlich sind wir nicht nach Triest gekommen, um den Nachmittag im Hotel zu verbringen.

Also Schuhe an, Leine in die Hand und los geht es in Richtung Innenstadt.

Triest: Eine Stadt zwischen Italien und Mitteleuropa

Triest ist eine Stadt, die sich nicht so richtig in eine Schublade stecken lässt.

Die Hafenstadt liegt im äußersten Nordosten Italiens, unmittelbar an der Grenze zu Slowenien. Durch ihre bewegte Geschichte war Triest über Jahrhunderte stark vom Habsburgerreich geprägt und gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Österreich-Ungarn.

Diese Vergangenheit ist bis heute im Stadtbild sichtbar. Neben typisch italienischen Gassen und Cafés finden sich monumentale Gebäude, breite Plätze und eine Architektur, die eher an Wien oder Budapest erinnert als an viele andere italienische Städte.

Gleichzeitig liegt das Meer direkt vor der Haustür.

Triest verbindet dadurch etwas, das wir besonders mögen: historische Architektur, mediterranes Lebensgefühl und Wasser.

Vegan essen in Triest

Wir haben inzwischen allerdings ein kleines Problem: Es ist bereits ziemlich spät für ein Mittagessen.

Viele der vegan-freundlichen Restaurants, die wir uns vorher herausgesucht hatten, befinden sich bereits in der italienischen Siesta. Also heißt es: Plan ändern.

Zum Glück gibt es HappyCow.

Die App führt uns zu Kauai Poke Trieste und so landen wir schließlich bei einer leckeren veganen Bowl.

Nicht unbedingt das klassische italienische Mittagessen, das man sich bei einem Aufenthalt in Triest vielleicht vorstellt, aber nach der langen Fahrt genau das Richtige.

Und irgendwie gehört es für uns auch zum Reisen dazu, nicht immer alles exakt zu planen. Manchmal sind es gerade die spontanen Entscheidungen, die einen Reisetag besonders machen.

Sehenswürdigkeiten in Triest: Durch die Altstadt

Gut gestärkt ziehen wir weiter und lassen uns durch die Altstadt treiben.

Triest beeindruckt uns vor allem durch seine großzügigen Plätze und die prachtvollen historischen Gebäude. Gleichzeitig gibt es immer wieder kleine, typisch italienische Gassen, in denen gemütliche Restaurants, Cafés und kleine Geschäfte zu finden sind.

Besonders spannend ist der Kontrast zwischen der monumentalen Architektur und den eher unscheinbaren kleinen Straßen.

Triest war lange Zeit einer der wichtigsten Häfen der Habsburgermonarchie und entwickelte sich zu einem bedeutenden Handelszentrum. Der Hafen und die Lage an der Adria haben die Stadt bis heute geprägt.

Einer der bekanntesten Plätze ist die Piazza Unità d’Italia. Der riesige Platz öffnet sich direkt zum Meer und gilt als einer der größten Plätze Europas, die unmittelbar am Wasser liegen.

Doch bevor wir dort ankommen, entdecken wir eine weitere historische Sehenswürdigkeit.

Das Teatro Romano di Trieste

Mitten im heutigen Stadtgebiet befindet sich das Teatro Romano di Trieste, ein römisches Theater aus der Antike.

Das Theater stammt ungefähr aus dem 1. bis 2. Jahrhundert und erinnert daran, wie weit die Geschichte der Stadt tatsächlich zurückreicht. Heute liegt die archäologische Stätte mitten zwischen den Gebäuden der modernen Stadt.

Wir bleiben eine Weile stehen und schauen uns die Überreste an.

Es ist schon irgendwie faszinierend, dass man in Triest innerhalb weniger Minuten zwischen jahrhundertealten Bauwerken, römischen Ruinen und modernen Cafés wechseln kann.

Und natürlich dauert es nicht lange, bis wir bei einem weiteren kulinarischen Highlight landen.

Veganes Eis in Triest

In der Nähe des römischen Theaters entdecken wir die Gelateria Marco.

Da ich bei Eiscreme grundsätzlich nur schwer Nein sagen kann, müssen wir natürlich hineinschauen.

Die Auswahl an veganen Eissorten ist erfreulich groß und damit ist die Entscheidung eigentlich schon gefallen.

Wir probieren uns durch die verschiedenen Sorten und freuen uns, dass vegan essen in Triest offenbar auch bei spontanen Zwischenstopps ziemlich gut funktioniert.

Sonnenuntergang an der Adria

Unser nächstes Ziel ist die Piazza Unità d’Italia und die Uferpromenade.

Bei Le Ragazze di Trieste legen wir eine kleine Pause ein und genießen den Blick über den großen Platz und das Meer.

Hannah nutzt die Gelegenheit ebenfalls und darf ihre Füße im Wasser abkühlen.

Für einen Moment fühlt es sich tatsächlich so an, als wären wir schon mitten im Urlaub angekommen.

Allerdings gibt es eine Sache, die uns etwas enttäuscht.

Wir hatten uns die Uferpromenade deutlich ruhiger vorgestellt. Ein großer Teil der Uferzone wird von einer stark befahrenen Straße begleitet. Dadurch entsteht leider nicht ganz die entspannte Atmosphäre, die wir uns für einen gemütlichen Kaffee mit Meerblick vorgestellt hatten.

Schade eigentlich.

Denn die Lage direkt am Wasser wäre dafür perfekt.

Aperitif mit Blick auf den Yachthafen

Wir suchen also kurzerhand nach einer Alternative und werden fündig.

Beim Pier The Roof ergattern wir einen wunderschönen Tisch mit Blick auf den Yachthafen.

Und plötzlich ist die Enttäuschung über die Uferstraße vergessen.

Wir bestellen einen Aperitif und machen es uns gemütlich. Während wir dort sitzen, wird das Licht langsam wärmer und die Sonne beginnt, die Stadt in ein goldenes Abendlicht zu tauchen.

Der perfekte Moment, um einfach mal nichts zu tun.

Keine Sehenswürdigkeiten abhaken, keine Route planen und keine Uhr im Blick behalten.

Einfach sitzen, aufs Wasser schauen und den Tag genießen.

Vegane Pizza in Triest

Irgendwann macht sich allerdings der Hunger wieder bemerkbar.

Also brechen wir auf und laufen zurück in Richtung Altstadt. Unser Ziel: die Pizzeria Assaje.

Pizza gehört für uns zu einem Italien-Aufenthalt einfach dazu. Deshalb freuen wir uns umso mehr, eine vegane Variante auf der Karte zu finden.

Nach einem langen Tag mit vielen Kilometern zu Fuß schmeckt die Pizza gleich doppelt gut.

Wir sind satt, zufrieden und nach dem Aperitif auch ein kleines bisschen beschwingt.

Barfuß durch Triest

Auf dem Rückweg zum Hotel ist die Nacht inzwischen mild.

Wir haben keine Lust, den schönen Abend schon enden zu lassen, und laufen deshalb einfach weiter durch die nächtliche Stadt.

Irgendwann ziehen wir unsere Schuhe aus und laufen barfuß durch Triest.

Es sind genau diese kleinen, ungeplanten Momente, die uns von Reisen später oft am längsten in Erinnerung bleiben.

Keine große Sehenswürdigkeit, kein spektakuläres Erlebnis.

Einfach eine warme Nacht, leere werdende Straßen und das Gefühl, gerade genau am richtigen Ort zu sein.

Müde und glücklich von den vielen Eindrücken des Tages fallen wir schließlich in unser bequemes Hotelbett.

Unser erster Reisetag ist vorbei.

Und obwohl Triest eigentlich nur als Zwischenstopp auf dem Weg nach Kroatien gedacht war, hätten wir problemlos noch einen weiteren Tag hier verbringen können.

Von Triest nach Kroatien: Ein Zwischenstopp in Muggia

Am nächsten Morgen beginnt die zweite Etappe unserer Reise.

Unser eigentliches Ziel ist Kroatien. Doch bevor wir die italienisch-slowenische Grenze passieren, wollen wir noch einen kleinen Abstecher machen.

Zunächst steht allerdings Frühstück auf dem Programm.

Das Hotel bietet zwar Frühstück an, aber wie so oft auf unseren Reisen ist die Auswahl für Veganer eher überschaubar. Deshalb entscheiden wir uns dafür, ein Café in der Umgebung zu suchen.

Und wieder einmal hilft uns HappyCow bei der Suche.

Veganes Frühstück in Muggia

Unser Frühstück führt uns schließlich zu Il Pane Quotidiano.

Leider sind wir etwas spät dran und das vegane Angebot ist bereits ziemlich dezimiert. Am Ende ergattern wir tatsächlich noch das letzte vegane Croissant.

Ein Croissant für zwei Personen.

Nicht gerade das üppigste Frühstück unseres Roadtrips, aber immerhin ein Anfang.

Und so teilen wir uns das letzte vegane Croissant und machen uns anschließend auf den Weg, Muggia zu erkunden.

Muggia: Italiens südlichster Ort an der Adriaküste

Muggia liegt nur wenige Kilometer südlich von Triest und direkt an der Grenze zu Slowenien.

Der kleine Küstenort hat einen ganz anderen Charakter als das große, geschäftige Triest. Während Triest von seinen monumentalen Plätzen und historischen Gebäuden geprägt ist, wirkt Muggia deutlich kleiner, ruhiger und fast ein bisschen verschlafen.

An diesem Samstagvormittag ist davon allerdings nicht viel zu merken.

Im Ort ist jede Menge los. Neben einer Hochzeit findet auch noch ein Straßenfest statt.

Menschen stehen auf den Straßen, Musik liegt in der Luft und überall gibt es etwas zu entdecken.

Für uns ist das allerdings fast ein bisschen zu viel Trubel.

Also machen wir uns auf den Weg nach oben.

Castello di Muggia

Unser Ziel ist das Castello di Muggia.

Die Burganlage thront oberhalb des Ortes und bietet einen schönen Blick über Muggia und die Adriaküste.

Schon der Weg nach oben lohnt sich. Mit jedem Höhenmeter wird der Blick weiter und gleichzeitig wird es ruhiger.

Oben angekommen, genießen wir erst einmal die Aussicht.

Nach dem Trubel im Ort ist die Ruhe hier genau das Richtige für uns.

Muggia selbst ist historisch eng mit der Region um Triest verbunden und wurde über Jahrhunderte von unterschiedlichen kulturellen Einflüssen geprägt. Auch heute spürt man diese Mischung aus italienischer, venezianischer und mitteleuropäischer Geschichte.

Durch die Gassen von Muggia

Auf dem Weg zurück nach unten entdecken wir schließlich die vielleicht schönste Seite des kleinen Ortes.

Die Gassen und Hinterhöfe sind liebevoll und teilweise sehr kreativ gestaltet. Blumen, kleine Details und farbenfrohe Fassaden machen den Spaziergang zu einem echten Erlebnis.

Muggia ist nicht unbedingt der Ort, den man besucht, um eine lange Liste berühmter Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten.

Vielmehr ist es ein Ort zum Schlendern.

Zum Entdecken.

Zum Stehenbleiben.

Und genau deshalb gefällt er uns so gut.

Veganes Eis in Muggia

Unser Frühstück war eher überschaubar ausgefallen und langsam meldet sich der Hunger wieder.

Außerdem gibt es eine Sache, bei der ich ohnehin nur schwer widerstehen kann: Eis.

An der Gelateria Jimmy komme ich deshalb natürlich nicht vorbei.

Diesmal darf es ein veganer Pistazien-Eis-Shake sein.

Und damit ist zumindest die kulinarische Versorgung für den Moment wieder sichergestellt.

Weiter nach Kroatien

Nun wird es aber wirklich Zeit, unsere Reise fortzusetzen.

Wir steigen ins Auto, verstauen unser Gepäck und machen uns auf den Weg Richtung Kroatien.

Unser nächstes geplantes Ziel ist Dog Dreams Beach and Bar – ein Hundestrand, auf den wir uns besonders gefreut haben.

Eigentlich.

Denn wie so oft auf Reisen kommt es anders als geplant.

Wenn das Navi einen anderen Plan hat

Irgendwie schafft es unser Navi, uns in Richtung Poreč zu lotsen.

Und wie das eben manchmal so ist: Als wir unseren Fehler bemerken, sind wir bereits deutlich am geplanten Abzweig vorbeigefahren.

Der Hundestrand liegt inzwischen hinter uns.

Wir überlegen kurz, ob wir die Strecke zurückfahren sollen. Immerhin hatten wir uns ziemlich auf diesen besonderen Zwischenstopp mit Hannah gefreut.

Am Ende entscheiden wir uns aber dagegen.

Vielleicht ist das auch eine kleine Lektion fürs Reisen: Nicht jeder Plan muss unbedingt eingehalten werden.

Manchmal ist es schöner, die Route einfach anzupassen.

Poreč: Ein ungeplanter Zwischenstopp in Istrien

Statt zurückzufahren, bleiben wir in Poreč und machen dort einen kulinarischen Zwischenstopp.

Im Bistro Artha finden wir ein leckeres veganes Mittagessen.

Poreč liegt an der Westküste der kroatischen Halbinsel Istrien und gehört zu den bekanntesten Urlaubsorten der Region. Die Stadt ist vor allem für ihre historische Altstadt, die Lage direkt an der Adria und die Euphrasius-Basilika bekannt.

Letztere gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auch wenn unser Aufenthalt in Poreč diesmal nur kurz ist, bekommen wir einen kleinen Eindruck von der Stadt.

Nach dem Mittagessen schlendern wir durch die malerischen Gassen der Altstadt. Zwischen den historischen Häusern entdecken wir immer wieder kleine Geschäfte, Restaurants und liebevoll gestaltete Details.

Poreč wirkt lebendig, gleichzeitig aber angenehm entspannt.

Eine Abkühlung für Hannah

Natürlich darf bei einem Zwischenstopp am Meer auch ein Abstecher ans Wasser nicht fehlen.

Wir machen einen kurzen Halt an der Küste, damit Hannah sich ein wenig abkühlen kann.

Für einen Hund, der die meiste Zeit des Tages im Auto verbracht hat, ist so eine kleine Pause Gold wert.

Und auch wir genießen den Moment, bevor es wieder weitergeht.

Der Roadtrip führt uns schließlich immer weiter Richtung Süden.

Unser eigentliches Reiseziel rückt näher.

Weiter nach Jadranovo

Von Poreč aus liegen noch ungefähr anderthalb Stunden Fahrt vor uns.

Unser Ziel ist Jadranovo an der kroatischen Adriaküste.

Damit endet für uns ein abwechslungsreicher erster Teil des Roadtrips: von zu Hause im Chiemgau über Triest und Muggia bis nach Poreč.

Was als einfacher Zwischenstopp in Triest begonnen hat, wurde zu einem kleinen Abenteuer mit italienischer Altstadt, römischen Ruinen, veganem Eis, Pizza, Aperitif am Yachthafen, einem spontanen Abstecher nach Muggia und einem ungeplanten Zwischenstopp in Poreč.

Und genau solche Tage lieben wir am Reisen.

Nicht alles läuft nach Plan.

Manchmal führt das Navi in die falsche Richtung, das vegane Frühstück besteht aus einem einzigen Croissant und der geplante Hundestrand fällt aus.

Aber am Ende sind es genau diese kleinen Umwege und spontanen Entscheidungen, die aus einer Fahrt von A nach B eine richtige Reise machen.

Und eines steht schon jetzt fest:

Triest war für uns viel mehr als nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Kroatien.

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