Rom in 75.000 Schritten: Mit Hund und vegan durch die Ewige Stadt

Rom mit Hund – Sightseeing XXL in der Ewigen Stadt

Rom in 75.000 Schritten.

Das klingt im Nachhinein fast ein bisschen verrückt. Und wahrscheinlich war es das auch.

An Tag vier unserer Italienreise erreichen wir die Ewige Stadt. Nach unseren Zwischenstopps in Parma und Livorno geht es nun mitten hinein in eine der faszinierendsten Städte Europas.

Rom.

Eine Stadt, die eigentlich nicht an einem Wochenende zu schaffen ist. Eine Stadt, in der man an jeder Ecke über Geschichte stolpert und bei der selbst ein scheinbar unscheinbares Gebäude plötzlich mehrere Jahrhunderte erzählen kann.

Rom wurde der Legende nach im Jahr 753 v. Chr. gegründet und war das Zentrum des Römischen Reiches. Heute ist die italienische Hauptstadt mit ihren antiken Ruinen, Renaissancepalästen, barocken Plätzen und dem Vatikan ein riesiges Freilichtmuseum.

Und wir wollen natürlich möglichst viel davon sehen.

Am besten zu Fuß.

Sehr viel zu Fuß.

Unser hundefreundliches Guest House Suites 44 liegt mitten in der Stadt. Trotz der zentralen Lage ist es angenehm ruhig, was nach einem langen Sightseeing-Tag ziemlich schnell zu einem unserer wichtigsten Kriterien wird.

Denn Rom ist laut.

Rom ist voll.

Rom ist wuselig.

Und genau das macht die Stadt gleichzeitig so faszinierend und anstrengend.

Für Hannah ist das allerdings kein komplettes Neuland. Unsere Tierschutzhündin hat mehrere Jahre mit uns in München gelebt und ist deshalb Großstadttrubel gewohnt. Straßenbahnen, Menschenmengen, Verkehr und unbekannte Geräusche bringen sie nicht so schnell aus der Ruhe.

Trotzdem wissen wir: Rom wird auch für sie eine Herausforderung.


Frühstück bei Buddy Roma: Vegan durch Rom

Nach einer erholsamen Nacht starten wir zunächst ganz entspannt.

Bevor die ersten Sehenswürdigkeiten auf unserem Programm stehen, brauchen wir Frühstück.

Unser Ziel ist Buddy Roma.

Und hier bekommen wir genau das, was wir nach der Anreise brauchen: gutes veganes Essen und einen ordentlichen Kaffee.

Während wir frühstücken, macht Hannah das, was sie auf Reisen offenbar am besten kann: Menschen um den Finger wickeln.

Innerhalb kürzester Zeit hat sie ihren persönlichen Fanclub.

Es ist immer wieder schön zu erleben, wie leicht ein Hund Kontakte schafft. Während wir manchmal erst einmal überlegen, wie wir mit fremden Menschen ins Gespräch kommen, übernimmt Hannah diese Aufgabe einfach selbst.

Ein Blick, ein wedelnder Schwanz – und schon ist die Kommunikation eröffnet.

Wir sind also nicht nur satt, sondern auch bestens gelaunt.

Und jetzt kann das Sightseeing beginnen.


Rom zu Fuß: Trevi-Brunnen, Spanische Treppe und Kolosseum

Unser Plan für den ersten Tag ist ambitioniert.

Wir wollen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Roms sehen.

Nicht irgendwann.

Heute.

Also laufen wir los.

Rund 20.000 Schritte später haben wir bereits einige der großen Klassiker abgehakt.

Der Trevi-Brunnen ist natürlich ein Muss.

Der monumentale Brunnen gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Roms und wurde im 18. Jahrhundert nach Entwürfen von Nicola Salvi vollendet. Das Wasser stammt aus der Aqua Virgo, einer antiken römischen Wasserleitung, die bereits seit der Antike die Stadt mit Wasser versorgt.

Natürlich ist der Brunnen voll.

Sehr voll.

Menschen aus aller Welt stehen davor, fotografieren, filmen und werfen Münzen über ihre Schultern ins Wasser.

Wir versuchen, uns einen Weg durch die Menge zu bahnen und trotzdem einen Blick auf das beeindruckende Bauwerk zu erhaschen.

Von dort geht es weiter zur Spanischen Treppe.

Die Scalinata di Spagna verbindet die Piazza di Spagna mit der höher gelegenen Kirche Trinità dei Monti. Die 138 Stufen wurden im 18. Jahrhundert errichtet und gehören heute zu den bekanntesten Fotomotiven der Stadt.

Rom macht es uns allerdings nicht leicht.

Denn zwischen den großen Sehenswürdigkeiten liegen ständig neue kleine Entdeckungen.

Eine wunderschöne Fassade.

Ein Innenhof.

Eine winzige Kirche.

Ein altes Tor.

Ein Künstler, der auf der Straße malt.

Ein kleines Geschäft, dessen Schaufenster uns neugierig macht.

Oder eine Seitenstraße, die plötzlich so schön aussieht, dass wir einfach abbiegen müssen.

Rom ist eben nicht nur das Kolosseum und der Trevi-Brunnen.

Rom ist die Summe all dieser kleinen Momente dazwischen.


Das Kolosseum: Roms berühmtestes Wahrzeichen

Natürlich führt unser Weg irgendwann zum Kolosseum.

Und selbst wenn man es schon hundertmal auf Fotos gesehen hat, ist es etwas völlig anderes, tatsächlich davorzustehen.

Das Kolosseum wurde unter Kaiser Vespasian begonnen und im Jahr 80 n. Chr. unter seinem Sohn Titus eingeweiht. Das gewaltige Amphitheater konnte zehntausende Zuschauer aufnehmen und war Schauplatz von Gladiatorenkämpfen, Tierhetzen und anderen öffentlichen Spektakeln.

Heute gehört es zu den bekanntesten Bauwerken der Welt und ist eines der Wahrzeichen Roms.

Wir stehen davor und versuchen, die Dimensionen zu begreifen.

Fast 2.000 Jahre Geschichte liegen hier vor uns.

Und während wir noch staunen, ist Hannah vor allem an den Gerüchen interessiert.

Prioritäten.


Rom ist mehr als seine Sehenswürdigkeiten

Nach sechs Stunden in der Stadt sind wir erschlagen.

Nicht nur von den Sehenswürdigkeiten, sondern von der schieren Menge an Eindrücken.

Rom ist überwältigend.

Architektur aus den unterschiedlichsten Epochen steht hier dicht nebeneinander. Antike Ruinen treffen auf Renaissancepaläste, barocke Kirchen auf moderne Cafés und historische Plätze auf Streetart.

Dazwischen hupen Motorroller, Menschen sitzen vor Restaurants, Straßenmusiker spielen und aus kleinen Geschäften dringen die unterschiedlichsten Gerüche.

Die Stadt lebt.

Und zwar laut.

Wir haben inzwischen deutlich mehr als 20.000 Schritte auf dem Zähler und merken langsam jeden einzelnen.

Also machen wir uns auf den Weg zurück zu Buddy Roma.

Dort warten Pinsa und Pasta auf uns.

Für uns ist das der perfekte Abschluss eines langen Tages.

Gutes Essen, ein bisschen Ruhe und anschließend zurück in unser kleines Zuhause auf Zeit.

Als wir ins Bett fallen, sind wir ziemlich sicher:

Rome was not built in one day.

Und vollständig erkundet haben wir es schon gar nicht.


Villa Borghese: Eine grüne Oase mitten in Rom

Unser zweiter Tag in Rom beginnt deutlich entspannter.

Wir starten mit einem langen Spaziergang durch die Villa Borghese.

Der weitläufige Park ist eine der größten und bekanntesten Grünanlagen Roms und liegt mitten im Herzen der Stadt. Ursprünglich gehörte das Gelände zur Villa der Familie Borghese und wurde im 17. Jahrhundert zu einem prachtvollen Park ausgebaut.

Heute ist die Villa Borghese eine willkommene grüne Oase zwischen den Straßen und historischen Gebäuden der Innenstadt.

Und für uns ist sie vor allem eines:

Eine Pause vom Großstadttrubel.

Hannah kann in aller Ruhe schnüffeln, laufen und neue Gerüche entdecken.

Wir genießen die Ruhe.

Nach dem ersten Tag voller Menschen, Verkehr und Sehenswürdigkeiten tut es gut, einfach einmal zwischen Bäumen spazieren zu gehen und nicht ständig irgendwohin zu müssen.

Auch das gehört für uns zu einer Städtereise mit Hund.

Man kann nicht den ganzen Tag von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen.

Zumindest nicht, wenn man einen Hund dabei hat.

Und ehrlich gesagt tut uns die Pause genauso gut.


Vegan essen in Rom: Lunch bei Fermaggio

Zur Mittagszeit zieht es uns wieder Richtung Innenstadt.

Unser Ziel ist Fermaggio.

Rom ist kulinarisch natürlich eine absolute Institution.

Pasta, Pizza, Pinsa, Gelato – die italienische Küche bietet ohnehin zahlreiche Gerichte, die sich hervorragend vegan interpretieren lassen.

Gleichzeitig ist die klassische römische Küche traditionell eher fleisch- und käselastig. Zu den bekannten Spezialitäten gehören beispielsweise Cacio e Pepe, Carbonara oder Amatriciana.

Für uns heißt das: genau hinschauen.

Aber inzwischen gibt es in Rom eine immer größere Auswahl an veganen Restaurants und pflanzenbasierten Angeboten.

Und das macht die Stadt für uns zu einem überraschend guten Reiseziel für einen veganen Städtetrip.

Wir genießen unseren Lunch und ziehen anschließend wieder los.

Denn natürlich gibt es noch einiges zu entdecken.


Immer wieder Kolosseum

Obwohl wir gestern bereits dort waren, landen wir heute erneut in der Nähe des Kolosseums.

Rom ist eben keine Stadt, die sich ordentlich in einzelne Sehenswürdigkeiten aufteilen lässt.

Alles ist miteinander verbunden.

Wir laufen durch Straßen, entdecken neue Perspektiven und stehen irgendwann wieder vor dem gewaltigen Amphitheater.

Nur Hannah hat inzwischen beschlossen, dass Sightseeing völlig überschätzt wird.

Ihre Motivation, weiterzulaufen, befindet sich irgendwo zwischen „nicht vorhanden“ und „auf gar keinen Fall“.

Also kommt Herrchen zum Einsatz.

Hannah darf ein Stück im Rucksack getragen werden.

Ein ziemlich ungewöhnlicher Anblick mitten in Rom.

Aber offenbar eine gute Lösung.

Und irgendwann sind auch wir müde.

Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages bei einem Bier mit Blick auf den Portikus der Octavia.

Der Portikus der Octavia ist Teil eines antiken Monumentalkomplexes, der im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde und nach Octavia Minor, der Schwester des Kaisers Augustus, benannt ist.

Wieder so ein Moment, in dem man in Rom einfach irgendwo sitzt und plötzlich mitten in der Geschichte landet.


Der Vatikan vor Sonnenaufgang

Für unseren dritten Tag haben wir uns etwas Besonderes vorgenommen.

Den Vatikan.

Und weil wir keine Lust auf riesige Menschenmengen haben, starten wir sehr früh.

Noch vor Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg.

Unser Ziel: der Petersdom.

Um 7 Uhr sind wir bereits dort.

Und tatsächlich fühlt sich Rom zu dieser Uhrzeit fast wie eine andere Stadt an.

Die Straßen sind noch ruhig.

Die meisten Touristen schlafen vermutlich noch.

Und der Petersplatz wirkt im frühen Morgenlicht beinahe surreal.

Der Petersdom gehört zu den größten Kirchen der Welt und ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Renaissance und des Barock. Der heutige Bau wurde über mehrere Generationen hinweg errichtet; an seiner Gestaltung waren unter anderem Michelangelo, Bramante und Bernini beteiligt.

Wir müssen nicht lange warten.

Nach ungefähr 15 Minuten sind wir bereits im Inneren.

Und dann stehen wir dort.

In dieser gewaltigen Kirche.

Die Dimensionen sind kaum zu erfassen.


551 Stufen zur Kuppel des Petersdoms

Natürlich wollen wir noch höher hinaus.

Also nehmen wir die 551 Stufen zur Kuppel zu Fuß.

Man könnte sagen, dass wir nach den bereits gesammelten zehntausenden Schritten nicht unbedingt noch weitere Stufen gebraucht hätten.

Aber die Aussicht ist es wert.

Je höher wir kommen, desto besser wird der Blick.

Und oben angekommen liegt Rom im Morgenlicht vor uns.

Die Dächer der Stadt.

Die Kuppeln.

Die Straßen.

Der Petersplatz.

Und irgendwo dazwischen unser kleines Zuhause auf Zeit.

Nach unten geht es anschließend wieder – und irgendwann auch zurück auf Straßenniveau.


Rom mit Hund: Geht das?

Den restlichen Tag verbringen wir wieder gemeinsam mit Hannah in der Stadt.

Und genau hier zeigt sich für uns, dass ein Städtetrip nach Rom mit Hund durchaus möglich ist – allerdings mit ein paar Einschränkungen.

Rom ist groß, laut und teilweise sehr voll.

Die Gehwege sind nicht überall besonders breit, der Verkehr ist intensiv und bei den großen Sehenswürdigkeiten sind Hunde natürlich nicht überall zugelassen.

Für uns funktioniert es deshalb vor allem deshalb gut, weil Hannah Großstadttrubel gewohnt ist und auch einige Stunden entspannt alleine in unserem Hotelzimmer bleiben kann.

So können wir beispielsweise die Vatikanischen Museen ohne sie besuchen, während sie sich in Ruhe ausruht.

Das ist für uns ein wichtiger Punkt.

Reisen mit Hund bedeutet nicht, dass der Hund jede Minute bei jedem Programmpunkt dabei sein muss.

Manchmal ist es sogar besser, ihm eine ruhige Pause zu ermöglichen.


Vatikanische Museen: Kunst bis zum Abend

Um 17 Uhr haben wir Tickets für die Vatikanischen Museen.

Und natürlich ist auch hier schnell klar:

Rom kann man nicht mal eben an einem Nachmittag vollständig erleben.

Die Vatikanischen Museen beherbergen eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Besonders bekannt ist die Sixtinische Kapelle mit den berühmten Decken- und Wandmalereien Michelangelos.

Wir laufen durch die beeindruckenden Räume, vorbei an Skulpturen, Gemälden, kunstvollen Decken und jahrhundertealter Geschichte.

Irgendwann können wir kaum noch alles aufnehmen.

Zu viele Eindrücke.

Zu viele Kunstwerke.

Zu viele Geschichten.

Als wir die Museen wieder verlassen, ist es bereits dunkel.

Wir machen uns auf den Weg zurück zur Unterkunft.

75.000 Schritte sind inzwischen fast geschafft.

Und diesmal sind wir wirklich müde.


75.000 Schritte später: Unser Rom-Fazit

Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen.

Wir packen unsere Sachen, laden das Auto und machen uns auf den Weg Richtung Heimat.

Im Gepäck: unzählige Eindrücke, müde Beine und jede Menge neue Erinnerungen.

Rom war anstrengend.

Rom war laut.

Rom war voll.

Rom war überwältigend.

Aber vor allem war Rom unglaublich.

Eine Stadt, die man nicht einfach nur besichtigen kann.

Man muss sie erleben.

Man muss durch ihre Straßen laufen, sich treiben lassen, um die nächste Ecke biegen und damit rechnen, dass dort wieder etwas völlig Unerwartetes wartet.

Natürlich sind Kolosseum, Trevi-Brunnen, Spanische Treppe, Petersdom und Vatikan absolute Highlights.

Aber mindestens genauso faszinierend finden wir die kleinen Dinge dazwischen.

Die alten Häuser.

Die winzigen Plätze.

Die Künstler.

Die Cafés.

Die Marktstände.

Die unzähligen Kirchen.

Die Vespa, die plötzlich an uns vorbeischießt.

Und natürlich das italienische Lebensgefühl.

Auch kulinarisch hat uns Rom überrascht.

Gerade für uns als Veganer gibt es deutlich mehr Möglichkeiten, als man bei einer Stadt erwarten würde, deren traditionelle Küche stark von Käse, Fleisch und anderen tierischen Produkten geprägt ist.

Mit ein wenig Recherche lassen sich wunderbare vegane Restaurants, Cafés und pflanzenbasierte Alternativen finden.

Und Hannah?

Die hat Rom ebenfalls gemeistert.

Für einen Hund wie sie, der Großstadtleben kennt und mit langen Spaziergängen umgehen kann, ist die Ewige Stadt durchaus machbar.

Allerdings sollte man das Programm an den Hund anpassen und nicht umgekehrt.

Pausen, Grünflächen und ein ruhiger Rückzugsort sind Gold wert.

Und manchmal darf Herrchen eben auch ein paar Kilo Hund durch die Innenstadt tragen.

Unser persönliches Rom-Abenteuer endet damit nach drei intensiven Tagen und rund 75.000 Schritten.

75.000 Schritte voller Geschichte, Kunst, Architektur, veganem Essen, italienischer Lebensfreude und kleiner Abenteuer mit unserer Hannah.

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Und wir haben es natürlich auch nicht in drei Tagen vollständig gesehen.

Aber vielleicht ist genau das das Schöne an dieser Stadt.

Wir haben einen ersten Eindruck bekommen.

Und einen ziemlich guten Grund, irgendwann wiederzukommen.

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