Norwegen mit Hund und Camper: Veganer Roadtrip durch den Norden

Wir haben uns für die Fährverbindung von Hirtshals in Dänemark nach Kristiansand im Süden von Norwegen entschieden. Nach rund drei Stunden Fährüberfahrt erreichen wir endlich Norwegen.
Doch bevor wir wirklich ankommen, vergeht noch eine weitere Stunde, bis wir das Hafengelände und die Zollkontrolle hinter uns gelassen haben.

Es ist inzwischen 1 Uhr nachts.
Müde und erschöpft schlagen wir auf dem erstbesten Rastplatz unser Nachtquartier auf. Viel mehr als Schlafen steht heute sowieso nicht mehr auf dem Programm.

Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Stavanger.
Die rund 250 Kilometer führen uns durch kleine, malerische Ortschaften und immer wieder entlang der Fjorde.
Fast jedes Häuschen scheint seinen eigenen Steg und ein kleines Boot zu besitzen.
Genau so hatten wir uns Norwegen vorgestellt.

Stavanger mit Hund: Streetart am Fjord

Stavanger liegt im Südwesten Norwegens direkt am Byfjord und ist vor allem für zwei Dinge bekannt: die Nähe zu den großen Naturhighlights der Region und seine außergewöhnliche Streetart-Szene.
Wir finden einen kostenlosen Parkplatz am Yachthafen und machen uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt.
Schon nach wenigen Metern fallen uns die unzähligen Streetart-Kunstwerke auf.

Stavanger gilt als eine der bekanntesten Streetart-Städte Norwegens. Vor allem das Nuart Festival hat das Stadtbild nachhaltig geprägt. Über viele Jahre hinweg sind dabei zahlreiche großflächige Wandbilder entstanden, die sich heute über die Innenstadt und die Umgebung verteilen.
Wir müssen deshalb gar nicht lange suchen, um die ersten Kunstwerke zu entdecken.

Auch die Fargegaten darf dabei natürlich nicht fehlen.
Die kleine Straße ist mit ihren bunt gestrichenen Häusern wohl einer der bekanntesten Orte in Stavanger. Wo früher eine eher unscheinbare Straße lag, ist heute ein farbenfrohes Viertel mit Cafés, Bars und kleinen Geschäften entstanden.

Direkt am Hafen liegt während unseres Besuchs ein AIDA-Kreuzfahrtschiff.
Entsprechend voll sind auch die Gassen. Uns sind es ein paar Menschen zu viel.
Deshalb lassen wir die touristischen Hotspots irgendwann hinter uns und erkunden lieber die ruhigeren Ecken der Stadt.

Stavanger mit Hund: Ein entspannter Spaziergang durch die Stadt

Städte erkunden wir mit Hannah ohnehin etwas anders als früher.
Wir bleiben nicht stundenlang in einem Museum oder hetzen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Stattdessen laufen wir viel zu Fuß, machen zwischendurch Pausen und schauen einfach, was uns unterwegs begegnet. Für uns funktioniert das ziemlich gut.

Nach ein paar Stunden Stadtbesichtigung kehren wir noch auf einen Kaffee ein, bevor es zurück zum Van geht. Für die Nacht suchen wir uns einen Rastplatz etwas außerhalb der Stadt in der Nähe des Preikestolen.

Und wieder einmal haben wir Glück. Vor uns liegt ein wunderschöner Blick über den Fjord.Morgen früh wartet schließlich eines der bekanntesten Naturhighlights Norwegens auf uns.

Preikestolen mit Hund: Wandern über dem Lysefjord

Nur wenige Kilometer von Stavanger entfernt erhebt sich der Preikestolen über dem Lysefjord.
Die berühmte Felsplattform liegt rund 604 Meter über dem Fjord und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Norwegens.

Unser Rastplatz liegt nur etwa zehn Fahrminuten vom Ausgangspunkt der Wanderung entfernt.
Pünktlich um 6 Uhr morgens starten wir. Schon jetzt sind einige Wanderer unterwegs.
Allerdings noch nichts im Vergleich zu den Menschenmassen, die uns später beim Abstieg entgegenkommen werden.

Vor uns liegen rund vier Kilometer bis zum Preikestolen und etwa zwei Stunden Wanderung.
Der Weg führt teilweise steil bergauf. Dazu kommen feuchte Felsen, die an diesem Morgen durch den Regen ziemlich rutschig sind.
Mit Hund ist deshalb etwas Vorsicht angesagt.

Es ist kalt und regnerisch. Je höher wir steigen, desto dichter wird der Nebel.
Die Berge verschwinden fast vollständig und der Weg führt wie durch einen grauen Schleier immer weiter nach oben.
Doch dann passiert etwas, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Kurz vor dem Ziel biegen wir um die letzte Kurve. Und plötzlich reißt der Nebel auf.
Vor uns liegt der Lysefjord.
Eingerahmt von gewaltigen Felswänden und mitten in dieser beeindruckenden Landschaft thront der Preikestolen.
Für einen Moment bleiben wir einfach stehen.
Allein für diesen Augenblick hat sich der frühe Start gelohnt.

Es ist gerade einmal 8 Uhr und die Plattform bereits gut besucht.
Trotzdem finden wir einen Platz und machen erst einmal Frühstück.
Während wir unsere Brote auspacken, genießen wir den Blick über den Lysefjord.

Hannah interessiert sich allerdings deutlich weniger für die Aussicht.
Sie hat vor allem die vielen neuen Gerüche und die anderen Wanderer im Blick.
Der Wind pfeift inzwischen ziemlich eisig über das Plateau.
Also bleiben wir nicht allzu lange und machen uns wieder auf den Rückweg.

Und plötzlich merken wir auch, wie viele Menschen inzwischen unterwegs sind. Uns kommen immer mehr Wanderer entgegen. Als wir schließlich am Parkplatz ankommen, beginnt es heftig zu regnen. Wir flüchten in den Van.

Perfektes Timing.

Camping mit Hund in Norwegen

Den restlichen Tag verbringen wir auf einem malerischen Campingplatz direkt an einem See.
Nach der Wanderung ist genau das, was wir jetzt brauchen.
Sauna, Wasserblick und einfach einmal nichts tun.

Hannah macht es sich gemütlich, wir lassen die letzten Tage Revue passieren und genießen die Ruhe. Nach Stavanger und dem Preikestolen tut ein bisschen Entspannung ziemlich gut.

Am nächsten Morgen geht es weiter. Eigentlich hatten wir vor, noch ein paar Tage länger in Norwegen zu bleiben und weiter Richtung Norden zu fahren. Doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Es regnet immer wieder und die Temperaturen liegen bei etwa 15 Grad.
Wir beschließen deshalb, früher als geplant Richtung Schweden aufzubrechen.

Durch Ryfylke und Telemark: Norwegens Highlands

Unsere Route führt uns landeinwärts durch die Regionen Ryfylke und Telemark.
Und obwohl wir Norwegen nun schneller verlassen als ursprünglich geplant, bekommen wir noch einmal eine ordentliche Portion norwegische Landschaft zu sehen.

Schroffe Felsen. Glitzernde Seen. Tosende Wasserfälle.
Kleine Straßen, die sich durch die Berge schlängeln. Ein Tal scheint schöner als das nächste.
Je weiter wir fahren, desto höher kommen wir.
Und irgendwann fühlt sich die Landschaft fast ein bisschen wie die schottischen Highlands an.
Nur eben mit norwegischen Fjorden und Seen.

Unser absolutes Highlight sind allerdings die Schafe.
Sie laufen hier völlig frei durch die hügelige Landschaft und machen ziemlich deutlich, dass sie von den vorbeifahrenden Autos wenig beeindruckt sind.
Einige stehen einfach mitten auf der Straße.
Wir halten irgendwo in den Bergen an, um ein paar Fotos von den zutraulichen Tieren zu machen.

Wir sind allerdings weniger begeistert davon, dass die Tiere teilweise direkt neben der Straße unterwegs sind. Der Wind pfeift eisig über die Berge und die Temperaturen liegen inzwischen im einstelligen Bereich. Unsere Idee, hier oben nach einem schönen Platz für die Nacht zu suchen, verwerfen wir deshalb ziemlich schnell. So schön die Landschaft auch ist.
Für eine Nacht im Van ist es uns dann doch etwas zu kalt.

Auch die Straßen machen die Weiterfahrt nicht unbedingt schneller.
Viele Abschnitte sind schmal und kurvenreich. Bei fast jedem entgegenkommenden Fahrzeug heißt es: Ab in die nächste Haltebucht.

Erstaunlich viel Verkehr, dazu die vielen Kurven und die teilweise schmalen Straßen sorgen dafür, dass wir nur langsam vorankommen. Für unsere knapp 400 Kilometer lange Etappe brauchen wir an diesem Tag gut sechs Stunden.
Eigentlich ziemlich lange für diese Entfernung.

Aber gerade solche Strecken machen für uns einen Roadtrip aus. Wir haben es nicht eilig.
Und wenn hinter der nächsten Kurve wieder ein Wasserfall oder ein glitzernder See auftaucht, sind wir ohnehin froh, dass wir nicht schneller unterwegs sind.

Etwa eine Stunde außerhalb von Oslo finden wir schließlich einen Platz für die Nacht. Direkt an einem idyllischen Badesee. Viel mehr brauchen wir heute nicht.

Wir sind müde, aber glücklich über all die Eindrücke, die uns dieser Tag beschert hat.

Veganes Oslo mit Hund: Unser letzter Stopp in Norwegen

Unser letzter Stopp in Norwegen ist Oslo.
Die Hauptstadt liegt am Oslofjord und fühlt sich nach den vergangenen Tagen in den Bergen plötzlich ziemlich groß und geschäftig an.
Über die Park4Night-App finden wir einen kostenlosen Parkplatz direkt an einer Bahnstation.

Von dort geht es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt.
Rund vier Euro pro Person kostet uns die Fahrt.
Hannah darf kostenlos mitfahren und muss lediglich angeleint sein.

Wir starten unseren Tag im Schlosspark. Hier kann Hannah erst einmal ausgiebig über die Wiesen laufen, bevor wir uns auf den Weg in die Innenstadt machen.
Denn natürlich steht auch heute wieder eine Stadtbesichtigung auf dem Programm.

Unser erster richtiger Stopp ist das vegane Restaurant Nordvegan. Wir schlemmen uns einmal quer durch die Karte.
Gestärkt für den Tag begeben wir uns auf eine ausgiebige Sightseeingtour.

Von der Honnørbrygga geht es Richtung Festung Akershus.
Die mittelalterliche Festungsanlage liegt direkt am Oslofjord und gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken der Stadt.
Von hier aus laufen wir weiter Richtung Bjørvika.

Das Viertel könnte kaum unterschiedlicher wirken als die historische Festung.
Bjørvika wurde in den vergangenen Jahren stark umgestaltet und ist heute eines der modernsten Viertel Oslos.
Besonders beeindruckend finden wir das Opernhaus.
Der weiße Bau ragt direkt aus dem Wasser und erinnert ein wenig an einen riesigen Eisberg.
Das Dach ist begehbar und bietet einen schönen Blick über den Oslofjord und die Stadt.
Mit Hannah bleiben wir allerdings lieber unten.

Architektur, Wikinger und Streetfood

Wir laufen weiter entlang des Wassers.
Immer wieder bleiben wir stehen und schauen uns die ungewöhnliche Architektur an.
Besonders die schmalen Hochhäuser des Barcode-Viertels fallen uns ins Auge.

Direkt daneben liegen die Floating Saunas im Hafenbecken.
Hier kann man saunieren und anschließend direkt in den Oslofjord springen.
Mit Hannah im Gepäck ist das für uns allerdings keine Option.
Also beobachten wir das Ganze lieber von außen.

Ein weiteres Highlight an der Hafenpromenade ist die Draken Harald Hårfagre.
Das imposante Wikingerschiff ist ein moderner Nachbau eines historischen Langschiffs und passt ziemlich gut in diese Umgebung.
Wir schlendern noch ein bisschen weiter an der Pier entlang und gönnen uns schließlich einen Drink den wir auf den gemütlichen Longe Sesseln der Sukkerbiten Bar Landschaft in der Sonne genießen.

Am Abend bekommen wir dann doch noch einmal Hunger. Unser Ziel: Barcode Street Food.

Hier reihen sich zahlreiche Food-Stände und Bars aneinander.
Für uns genau das Richtige, denn es gibt eine große Auswahl und auch vegane Optionen sind problemlos zu finden.
Wir entscheiden uns für Burger und Loaded Fries von Dirty Vegan.

Wir genießen noch ein bisschen das bunte Treiben, bevor wir uns langsam auf den Rückweg zum Van machen. Müde von den vielen Eindrücken verlassen wir Oslo.

Noch ein paar Kilometer. Dann liegt Norwegen hinter uns.
Als die Nacht hereinbricht, finden wir einen ruhigen Stellplatz direkt an einem Badesee in Schweden.
Hannah rollt sich auf ihrem Platz zusammen.
Und auch wir fallen ziemlich schnell in einen tiefen Schlaf.

Unsere Restaurant- und Camping-Tipps für Norwegen

Stavanger

@kafeoransjeriet 
Unser Tipp für einen gemütlichen Zwischenstopp während der Erkundung von Stavanger.

Preikestolen

@wathne_camping 
Ein schöner Campingplatz am See, auf dem wir nach der Wanderung zum Preikestolen einen entspannten Tag verbracht haben.

Oslo

@nordvegan
Unser Tipp für einen veganen Lunch in Oslo. Hier haben wir uns einmal quer durch die Karte geschlemmt.

@barcode_streetfood
Eine gute Adresse für einen unkomplizierten Abend mit verschiedenen Food-Ständen und veganen Optionen.

@dirtyv.no
Hier gab es für uns Burger und Loaded Fries.

Die genannten Restaurant- und Campingplätze stammen aus unserer eigenen Reiseerfahrung. Vor einem Besuch lohnt es sich, die aktuellen Öffnungszeiten und das Angebot noch einmal zu prüfen.

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