Livorno mit Hund und vegan: Zwischen Hafen, Kanälen und toskanischer Küste

Ein Zwischenstopp am Meer

Ich wollte noch das Meer sehen.

Eigentlich ist das die ganze Geschichte hinter unserem nächsten Reiseziel.

Nach unserem Aufenthalt in Parma zieht es uns weiter Richtung Süden. Wir wollen Strecke machen, aber Hannah nicht mit einer endlos langen Autofahrt überfordern. Deshalb suchen wir nach einem schönen Zwischenstopp an der toskanischen Küste.

Unsere Wahl fällt auf Livorno.

Von Parma aus sind es gut zwei Stunden Fahrt bis in die Hafenstadt, die südlich von Pisa direkt am Ligurischen Meer liegt. Für uns ist Livorno damit die perfekte Etappe: weit genug, um die nächste Strecke deutlich angenehmer zu machen, aber nah genug, um Hannah die lange Autofahrt in kleinere Abschnitte zu unterteilen.

Und natürlich gibt es noch einen weiteren Grund für Livorno: Wir finden über HappyCow einige interessante Empfehlungen für veganes und vegetarisches Essen.

Meer, italienische Hafenstadt, gutes Essen und ein hundefreundlicher Zwischenstopp?

Klingt nach einem ziemlich guten Plan.


Livorno: Eine Stadt zwischen Meer und Kanälen

Livorno ist eine der wichtigsten Hafenstädte der Toskana und unterscheidet sich damit deutlich von den klassischen toskanischen Städten wie Florenz, Siena oder San Gimignano.

Während dort Renaissancepaläste, mittelalterliche Türme und sanfte Hügellandschaften das Bild bestimmen, ist Livorno maritimer, geschäftiger und ein bisschen rauer.

Die Stadt ist eng mit dem Meer verbunden.

Bereits unter den Medici wurde Livorno ab dem 16. Jahrhundert zu einem bedeutenden Hafen ausgebaut. Großherzog Ferdinando I. de‘ Medici ließ die Stadt befestigen und förderte ihre Entwicklung als Handelszentrum. Besonders bekannt wurde Livorno für seine vergleichsweise offene Handelspolitik und die Ansiedlung verschiedener Bevölkerungsgruppen und Religionsgemeinschaften.

Diese internationale Geschichte ist bis heute spürbar.

Livorno fühlt sich anders an als viele andere Orte in der Toskana. Weniger Postkartenmotiv, mehr echtes italienisches Stadtleben. Hafenarbeiter, Fischerboote, Kanäle, Marktstände und kleine Geschäfte gehören genauso zum Stadtbild wie historische Festungen und elegante Plätze.

Und genau diese Mischung gefällt uns.


Unsere Unterkunft in Livorno

Unsere hundefreundliche Unterkunft, The Port Residence, liegt nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt.

Für einen Aufenthalt von nur einer Nacht ist die Lage perfekt.

Das Zimmer selbst ist recht einfach eingerichtet, aber nach der Autofahrt ist uns vor allem wichtig, dass wir schnell ankommen, uns frisch machen und die Stadt noch ein bisschen erkunden können.

Und natürlich brauchen wir nach der Fahrt erst einmal Bewegung.

Also Leine dran und los.

Livorno wartet.


Klein-Venedig: Livornos Kanäle entdecken

Wir schlendern mit Hannah durch das Viertel rund um die Kanäle und landen schließlich in der sogenannten „Klein-Venedig“ oder Venezia Nuova.

Der Name kommt nicht von ungefähr.

Das historische Viertel wird von Kanälen durchzogen, die einst vor allem für den Warenverkehr genutzt wurden. Kleine Brücken verbinden die Ufer miteinander und verleihen dem Stadtteil eine ganz eigene Atmosphäre.

Natürlich ist Livorno nicht Venedig.

Aber gerade der Vergleich macht neugierig.

Wir laufen über die Brücken, schauen auf die Boote und lassen uns treiben. Hannah hat natürlich längst vergessen, dass wir eigentlich Sightseeing machen wollen. Für sie ist die Stadt vor allem eine gigantische Sammlung neuer Gerüche.

Nach der langen Autofahrt ist der Spaziergang genau das Richtige.

Und dann entdecken wir einen Platz, an dem wir uns niederlassen können.

Die Nachmittagssonne scheint noch warm auf die Häuser und wir bestellen uns einen Aperol.

Einfach sitzen.

Menschen beobachten.

Hannah beim Erkunden zuschauen.

Und für einen Moment vergessen, dass wir eigentlich auf der Durchreise sind.


Sonnenuntergang an der Hafenpromenade

Später machen wir uns auf den Weg in Richtung Hafenpromenade.

Die Sonne steht bereits tief und taucht die Stadt in dieses warme, goldene Licht, das wir an Italien so lieben.

Livorno ist schließlich eine Stadt am Meer – und für mich bedeutet das automatisch, dass ich den Tag zumindest einmal mit Blick auf die Küste beenden möchte.

Wir spazieren am Wasser entlang, während sich der Himmel langsam verfärbt.

Die Schiffe und Boote zeichnen sich als dunkle Silhouetten gegen das Abendlicht ab und mit jeder Minute wird es ruhiger.

Als die Sonne schließlich untergeht, wird es allerdings ziemlich frisch.

Also machen wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Hotel.

Ein bisschen ausruhen, bevor es später noch einmal losgeht.


Vegan essen in Livorno

Denn natürlich wollen wir unseren kurzen Aufenthalt nicht beenden, ohne die lokale Küche kennenzulernen.

Unser Ziel für den Abend ist La Casina di Alice Bio.

Livorno ist für seine traditionelle Küche bekannt, die stark von der Küste geprägt ist. Zu den typischen Gerichten der Stadt gehört beispielsweise Cacciucco, ein kräftiger toskanischer Fischeintopf, der tief mit der maritimen Geschichte Livornos verbunden ist.

Für uns fällt diese Spezialität natürlich aus.

Aber genau deshalb freuen wir uns über Restaurants, die pflanzenbasierte Alternativen anbieten.

Wir wollen schließlich nicht auf kulinarische Entdeckungen verzichten, nur weil wir vegan leben.

Das Abendessen bei La Casina di Alice Bio wird für uns deshalb zu einem besonderen Abschluss unseres ersten Tages in Livorno.

Wir genießen unser Dinner, lassen die Eindrücke des Tages Revue passieren und sind einmal mehr froh, dass wir uns für diesen Zwischenstopp entschieden haben.

Livorno war ursprünglich nur als praktische Unterbrechung der Autofahrt gedacht.

Und plötzlich fühlt es sich nach einem richtigen kleinen Urlaubstag an.


Livorno Sehenswürdigkeiten: Fortezza Nuova und Piazza della Repubblica

Am nächsten Morgen haben wir noch ein paar Stunden, bevor wir unsere Reise Richtung Süden fortsetzen.

Also ziehen wir wieder los.

Unser erstes Ziel ist die Fortezza Nuova.

Die sternförmige Festungsanlage gehört zu den historischen Wahrzeichen Livornos und ist Teil der Befestigungsanlagen, die während der Herrschaft der Medici entstanden.

Von hier oben beziehungsweise aus der Umgebung der Festung eröffnet sich ein schöner Blick auf die Stadt und die Piazza della Repubblica.

Der riesige Platz ist tatsächlich außergewöhnlich.

Er überspannt einen der Kanäle und wird von historischen Gebäuden gesäumt. Mit ihrer großzügigen Dimension gehört die Piazza della Repubblica zu den markantesten Plätzen Livornos.

Wir lassen uns Zeit, schlendern durch die Straßen und schauen uns die verschiedenen historischen Gebäude an.

Dabei wird uns wieder bewusst, wie unterschiedlich die toskanischen Städte sein können.

Livorno ist keine Stadt, die sich uns auf den ersten Blick mit romantischen Postkartenmotiven aufdrängt.

Sie muss entdeckt werden.

Und vielleicht macht genau das ihren Charme aus.


Shopping in Livorno

Natürlich darf bei einem Stadtbummel auch ein bisschen Shopping nicht fehlen.

Und Livorno überrascht uns auch hier.

Von kleinen Marktständen und lokalen Geschäften bis hin zu bekannten Marken ist alles dabei. Wer gerne über Märkte schlendert, findet in der Stadt zahlreiche Möglichkeiten, nach Kleidung, Lebensmitteln, Souvenirs und kleinen Schätzen zu stöbern.

Wir laufen einfach ohne konkreten Einkaufsplan durch die Straßen.

Wie so oft ist das wahrscheinlich die beste Methode.

Denn meistens findet man genau dann etwas, wenn man eigentlich gar nichts sucht.

Livorno verbindet dabei italienisches Alltagsleben mit klassischem Stadtbummel. Die Stadt wirkt weniger touristisch als viele andere Ziele in der Toskana und dadurch auf uns angenehm authentisch.


Frühstück vor der Weiterfahrt

Bevor wir Livorno endgültig verlassen, brauchen wir natürlich noch ein ordentliches Frühstück.

Unser letzter kulinarischer Stopp ist 4 Amici Livorno.

Wir gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück und genießen noch einmal ein bisschen italienische Lebensart, bevor es zurück ins Auto geht.

Hannah ist inzwischen ebenfalls wieder bereit für die nächste Etappe.

Und wir?

Wir sind ein bisschen wehmütig.

Eigentlich hatten wir Livorno nur als Zwischenstopp ausgewählt, damit die Fahrt Richtung Süden für Hannah angenehmer wird.

Am Ende haben wir aber eine Stadt entdeckt, die viel mehr zu bieten hat, als wir erwartet hatten.


Unser Fazit: Livorno mit Hund und vegan

Livorno war für uns kein klassisches Reiseziel, das schon lange auf unserer Liste stand.

Es war eine spontane Entscheidung.

Ein Zwischenstopp.

Eine Möglichkeit, die Autofahrt in kleinere Etappen aufzuteilen.

Und genau solche Orte bleiben manchmal besonders positiv im Gedächtnis.

Wir konnten mit Hannah entspannt durch die Stadt laufen, die historischen Kanäle von Venezia Nuova entdecken, den Sonnenuntergang am Meer genießen und dabei sogar einige vegane kulinarische Möglichkeiten ausprobieren.

Wer die Toskana bereist, sollte Livorno deshalb nicht ausschließlich als Hafenstadt oder Durchgangsstation betrachten.

Die Stadt hat eine ganz eigene Persönlichkeit.

Sie ist maritim, geschichtsträchtig, lebendig und ein wenig weniger geschniegelt als andere toskanische Klassiker.

Für uns war vor allem die Lage perfekt: Wer einen Roadtrip durch Italien macht und von Norden weiter Richtung Süden fährt, kann Livorno wunderbar als Zwischenstopp einplanen.

Und wer – wie wir – mit Hund und vegan unterwegs ist, findet hier ebenfalls gute Voraussetzungen für einen entspannten Reisetag.

Am Ende bleibt bei uns vor allem eine Erinnerung:

Ich wollte noch das Meer sehen.

Und genau das haben wir bekommen.

Nur dass aus einem kurzen Blick aufs Meer plötzlich ein kleiner italienischer Urlaubstag geworden ist.

Am nächsten Morgen geht es für uns weiter Richtung Süden.

Die Sonne scheint.

Das Meer liegt hinter uns.

Und die nächste Etappe wartet bereits.

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