Eigentlich hatten wir für unseren Kroatien-Urlaub einen ganz anderen Plan.
Ursprünglich wollten wir ein Hotel in Rijeka buchen und auf dem Rückweg noch zwei Nächte in einer gemütlichen Hütte in Slowenien verbringen. Ein klassischer Roadtrip also, mit mehreren Stationen und möglichst vielen unterschiedlichen Eindrücken.
Am Ende kommt es aber natürlich wieder einmal anders.
Statt Hotel in Rijeka und Hütte in Slowenien entscheiden wir uns für eine liebevoll eingerichtete Ferienwohnung in Jadranovo. Und rückblickend hätten wir kaum eine bessere Entscheidung treffen können.
Jadranovo: Unser kleines Zuhause an der kroatischen Adriaküste
Jadranovo ist ein kleiner Küstenort an der Kvarner Bucht, etwa 15 Kilometer südlich von Rijeka. Der Ort gehört zur Gemeinde Crikvenica und liegt gegenüber der Insel Krk.
Schon bei unserer Ankunft am späten Nachmittag bin ich erleichtert und gleichzeitig glücklich, denn unsere Ferienwohnung Sunset Jadranovo sieht tatsächlich genauso schön aus wie auf den Bildern.
Das ist ja bei Unterkünften immer ein kleines Glücksspiel.
Hier haben wir offensichtlich Glück gehabt.
Jadranovo ist kein großer, mondäner Ferienort und genau das macht den Charme des kleinen Küstenortes für uns aus. Wer hier große Einkaufsstraßen, Clubs und touristische Attraktionen an jeder Ecke erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein.
Wer dagegen Ruhe, Meer und Natur sucht, könnte sich hier sehr wohlfühlen.
Der Ort bietet eigentlich alles, was man für einen entspannten Urlaub an der kroatischen Adriaküste braucht: zwei kleine Geschäfte für den täglichen Bedarf, einige Restaurants und Bars sowie mehrere Badeplätze.
Und dann ist da natürlich das Meer.
Urlaub in Jadranovo: Zwischen Badebuchten und wilder Küste
Neben den offiziellen Badeplätzen direkt im Ort gibt es zahlreiche kleine Wege hinunter zur felsigen Küste.
Für uns ist das perfekt.
Wir sind ohnehin lieber in der Natur unterwegs als an überfüllten Sandstränden. Und besonders mit Hannah, unserer Tierschutzhündin, ist die wilde Küste ein echtes Plus.
An vielen Stellen können wir gemeinsam spazieren gehen und kleine Buchten entdecken, in denen es deutlich ruhiger ist als an den großen Stränden der bekannten Ferienorte.
Jadranovo hat außerdem eine lange Geschichte. Der Ort ist bereits seit der Antike besiedelt und war über Jahrhunderte eng mit der Fischerei und Landwirtschaft verbunden. Heute lebt Jadranovo vor allem vom Tourismus, hat sich dabei aber viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahrt.
Bis auf einige sehr laute und ziemlich unnötige Partytouristen, die glücklicherweise nach zwei Tagen wieder abreisen, ist es wunderbar ruhig.
Und genau diese Ruhe genießen wir.
Tatsächlich fühlen wir uns in unserem kleinen kroatischen Zuhause so wohl, dass wir Jadranovo während unseres sechstägigen Aufenthalts nur an zwei Tagen verlassen.
Einer dieser Tage führt uns auf die Insel Krk.
Von Jadranovo auf die Insel Krk
Von unserer Unterkunft ist es nur ein kurzer Weg bis zur Insel Krk.
Die Insel liegt in der Kvarner Bucht und ist über die imposante Krk-Brücke mit dem kroatischen Festland verbunden. Die Brücke wurde bereits 1980 eröffnet und war bei ihrer Fertigstellung eine der längsten Betonbogenbrücken der Welt.
Heute ist sie eine der wichtigsten Verbindungen zwischen dem Festland und der Insel.
Krk gehört zu den bekanntesten Inseln Kroatiens und wird häufig als eine der größten Inseln des Landes bezeichnet. Zusammen mit den zahlreichen kleinen Buchten, mediterranen Landschaften, Weinbergen, Olivenhainen und historischen Orten bietet sie unglaublich viel Abwechslung.
Unser erster Halt ist die gleichnamige Stadt Krk.
Krk: Historische Altstadt und mediterranes Lebensgefühl
Die Stadt Krk ist das historische Zentrum der Insel und gleichzeitig einer der ältesten Orte an der kroatischen Adriaküste.
Schon beim ersten Spaziergang durch die Altstadt wird klar, wie viel Geschichte hier steckt.
Die Stadt wurde bereits in der Antike unter dem Namen Curicum erwähnt. Später wurde Krk zu einem wichtigen Zentrum der mächtigen Adelsfamilie Frankopan, die über Jahrhunderte große Teile der Region prägte.
Besonders beeindruckend ist das Frankopan-Kastell direkt am Meer. Die Festungsanlage wurde über mehrere Jahrhunderte hinweg errichtet und erweitert und gehört heute zu den Wahrzeichen der Stadt.
Auch die Kathedrale von Krk und die umliegenden historischen Gebäude erzählen von der langen Geschichte der Insel.
Wir allerdings lassen uns zunächst einfach treiben.
Durch die Altstadt von Krk
Die kleinen, verwinkelten Gassen gefallen uns auf Anhieb.
Zwischen den alten Steinhäusern finden wir kleine Souvenirläden, Galerien, Cafés und Restaurants. Überall gibt es etwas zu entdecken und Hannah hat natürlich mindestens genauso viel zu schnüffeln wie wir zu schauen.
Die Altstadt ist ausgesprochen sauber und wirkt trotz des Tourismus angenehm gepflegt.
Wir schlendern ohne konkretes Ziel durch die Gassen und landen schließlich an der Uferpromenade.
Hier merkt man sofort, dass Krk vom Meer lebt.
Kleine Boote schaukeln im Hafen, Ausflugsboote fahren hinaus und von den Cafés und Restaurants dringt das typische Stimmengewirr einer kroatischen Küstenstadt herüber.
Veganes Eis in Krk
Und dann entdecken wir Aroma Gelato Experience.
Da ich bei Eiscreme bekanntlich nur schwer widerstehen kann, ist ein Besuch natürlich Pflicht.
Besonders schön: Es gibt mehrere vegane Sorten und das Eis wird handwerklich hergestellt.
Wir entscheiden uns für vegane Sorten und natürlich darf auch Hannah probieren.
Melone und Pfirsich scheinen ihr ausgesprochen gut zu schmecken.
Allerdings hat das Vergnügen einen kleinen Haken.
Mit 3,50 Euro pro Kugel ist das vermutlich das teuerste Eis, das wir jemals gegessen haben.
Ziemlich stolz schauen wir deshalb auf unsere Eiskugeln.
Aber gut – Urlaub ist Urlaub.
Kroatien und die Preise: „Inzwischen Münchner Preise“
Kurz darauf bekommen wir an der Uferpromenade einen weiteren Eindruck davon, was inzwischen mit dem Satz gemeint ist:
„Kroatien hat mittlerweile Münchner Preise.“
Bisher haben wir auf unserer Reise für einen Aperol Spritz zwischen 4,50 und 6,50 Euro bezahlt.
Hier kostet er stolze 8 Euro.
Wir schauen uns kurz an und beschließen, dass es für einen Aperitif vielleicht noch etwas früh ist.
Außerdem sind wir ohnehin eher auf Kaffee eingestellt.
Kaffee mit Aussicht in Krk
In der Bar Smokvica werden wir freundlich empfangen.
Die Kommunikation funktioniert in einem wunderbaren Mix aus Deutsch, Englisch und Kroatisch. Irgendwie klappt es immer.
Wir suchen uns einen Platz im Schatten der Bäume und genießen die angenehme Kühle.
Von hier aus haben wir einen schönen Blick auf den Hafen und die historische Burganlage.
Nebenan aus dem Pub Tiffany klingt französische Musik herüber.
Es ist einer dieser kleinen Reisemomente, die sich schwer planen lassen und gerade deshalb so schön sind.
Wir sitzen einfach da, trinken Kaffee, beobachten die Menschen und genießen die mediterrane Atmosphäre.
Souvenirs aus Krk und weiter Richtung Norden
Natürlich können wir nicht abreisen, ohne noch ein paar Souvenirs mitzunehmen.
Krk ist nicht nur für seine Geschichte bekannt, sondern auch für regionale Produkte. Auf der Insel spielen Olivenöl, Wein, Honig und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse eine wichtige Rolle.
Besonders bekannt ist Krk für den Weißwein Žlahtina, der vor allem rund um Vrbnik angebaut wird.
Nachdem unsere Einkaufstaschen etwas voller geworden sind, machen wir uns schließlich auf den Weg in den Norden der Insel.
Unser nächstes Ziel ist allerdings weniger kulturell und dafür umso wichtiger für Hannah.
Krk mit Hund: Zum Dog Beach Kijac
Auf Krk gibt es mehrere ausgewiesene Hundestrände und hundefreundliche Badeplätze.
Für uns ist das natürlich ein wichtiger Punkt bei der Reiseplanung.
Wir entscheiden uns für den Dog Beach Kijac.
Der Strand liegt in einer kleinen Bucht und genau diese geschützte Lage gefällt uns besonders gut.
Wir suchen uns einen ruhigen Platz und lassen uns nieder.
Das Wasser ist glasklar und hat diese typische intensive Farbe, für die die kroatische Adriaküste bekannt ist.
Hannah ist natürlich sofort begeistert.
Nach den vielen Kilometern durch die Stadt gibt es für sie jetzt endlich die Möglichkeit, sich richtig abzukühlen.
Und auch wir lassen uns nicht lange bitten.
Wir verbringen einige Zeit im Wasser, schwimmen, entspannen und genießen einfach die Ruhe.
Für uns zeigt sich hier einmal mehr, warum ein Urlaub mit Hund in Kroatien so schön sein kann. Wenn man die richtigen Buchten und ausgewiesenen Hundestrände kennt, gibt es viele Möglichkeiten, gemeinsam Zeit am Meer zu verbringen.
Malinska: Hafen, Boote und veganes Essen
Irgendwann meldet sich allerdings unser eigener Magen.
Also machen wir uns auf den Weg nach Malinska, das nur ungefähr zehn Fahrminuten entfernt liegt.
Malinska liegt an der Westküste der Insel Krk und gehört zur sogenannten Dubašljan-Bucht. Der Ort entwickelte sich ursprünglich aus einer kleinen Fischersiedlung und ist heute ein beliebter Ferienort.
Besonders schön finden wir den Hafen.
Kleine Boote liegen im Wasser, entlang der Uferpromenade reihen sich Restaurants und Cafés aneinander und überall herrscht diese typische Mischung aus Urlaub, Meer und mediterranem Alltag.
Für unser Mittagessen verlassen wir uns wieder einmal auf HappyCow.
Die App führt uns zum King’s Caffe Malinska, wo es eine Auswahl an veganen Gerichten gibt.
Vegan essen in Malinska
Unsere Bestellung fällt entsprechend abwechslungsreich aus.
Es gibt Salat, Burger, Falafel-Wraps und Pommes.
Nicht unbedingt die typisch kroatische Küche, aber für uns eine gute Möglichkeit, satt zu werden und gleichzeitig entspannt am Hafen zu sitzen.
Wir genießen das Essen mit Blick auf die kleinen Boote und lassen den Nachmittag langsam vorüberziehen.
Das Angebot an veganer Küche ist auf der Insel insgesamt noch deutlich begrenzter als in vielen größeren europäischen Städten. Gerade deshalb sind Restaurants und Cafés mit mehreren veganen Optionen für uns auf Reisen besonders wertvoll.
Die kroatische Küche ist traditionell stark von Fisch, Fleisch, Käse und anderen tierischen Produkten geprägt. Gleichzeitig gibt es natürlich auch viele pflanzliche Zutaten, die sich wunderbar für vegane Gerichte eignen – etwa Gemüse, Oliven, Kartoffeln, Bohnen, Tomaten und frische Kräuter.
Wir stellen allerdings fest, dass wir kulinarisch während unseres Aufenthalts häufiger selbst kochen werden.
Frisches Obst und Gemüse für unser Ferienhaus
Auf dem Heimweg halten wir deshalb noch an und decken uns mit frischem Obst und Gemüse ein.
Tomaten, Avocado, Knoblauch, Wassermelone und allerlei andere Kleinigkeiten landen in unserem Einkaufskorb.
Zurück in Jadranovo angekommen, freuen wir uns wieder über unsere Ferienwohnung.
Es fühlt sich inzwischen tatsächlich ein bisschen wie ein kleines Zuhause an.
Und genau das war ursprünglich gar nicht geplant.
Abende in Jadranovo
Während unseres Aufenthalts verbringen wir die Abende meistens ganz entspannt.
Wir kochen selbst, sitzen zusammen und lassen den Tag Revue passieren.
An einem Abend öffnen wir eine Flasche unseres Lieblingsweins vom Bio-Weingut Gruber und genießen die Abendstimmung.
Die Sonne verschwindet langsam hinter der Küste und die letzten warmen Lichtstrahlen spiegeln sich auf dem Wasser.
Kein Programm.
Keine Sehenswürdigkeiten.
Keine lange Autofahrt.
Einfach Urlaub.
Und je länger wir hier sind, desto weniger vermissen wir unseren ursprünglichen Plan.
Ein letzter Morgen am Meer
Dann ist plötzlich der letzte Morgen gekommen.
Viel zu früh klingelt der Wecker.
Aber wir wollen noch ein letztes Mal ins Meer.
Also stehen wir auf, ziehen uns schnell etwas über und machen uns auf den Weg zur Bucht.
Um diese Uhrzeit ist Jadranovo kaum wiederzuerkennen.
Die kleinen Boote liegen friedlich auf dem glasklaren Wasser und die Morgensonne lässt die Oberfläche glitzern.
Das Wasser schimmert in verschiedenen Blau- und Türkistönen und erinnert mich für einen Moment tatsächlich ein wenig an die Karibik.
Bis auf zwei Angler am Pier begegnen wir um diese Uhrzeit niemandem.
Der Ort schläft noch.
Nur langsam beginnt irgendwo das erste Leben.
Schwimmen im klaren Wasser der Kvarner Bucht
Das Wasser ist am frühen Morgen ziemlich frisch.
Aber das ist uns egal.
Wir schwimmen ein letztes Mal hinaus und genießen die Ruhe.
Kein Lärm, keine Musik, keine Autos.
Nur das Meer, die Morgensonne und das leise Plätschern des Wassers.
Es ist einer dieser Momente, bei denen man bereits weiß, dass man sich später genau daran zurückerinnern wird.
Wer weiß, wann wir das nächste Mal das Meer sehen.
Also versuchen wir, diesen letzten Morgen ganz bewusst zu genießen.
Als wir zurück zur Unterkunft laufen, erwacht Jadranovo langsam zum Leben.
Die ersten Menschen gehen zum Bäcker, Türen öffnen sich, Autos fahren durch die Straßen und aus einigen Häusern hört man bereits Geräusche.
Der Urlaubsort wird wieder zum Ferienort.
Abschied von Jadranovo
Zurück in unserer Unterkunft wartet noch ein ausgiebiges Frühstück auf uns.
Wir lassen uns Zeit, schließlich haben wir noch eine lange Fahrt vor uns.
Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und verstauen alles im Auto.
Sechs Stunden Fahrt nach Hause liegen vor uns.
Und obwohl wir uns natürlich auf unser eigenes Bett und unser Zuhause im Chiemgau freuen, fällt uns der Abschied schwer.
Wir wären gerne noch länger geblieben.
Vor allem Jadranovo hat uns überrascht.
Der kleine Ort war ursprünglich nur eine praktische Alternative zu unserem geplanten Hotel in Rijeka. Am Ende wurde er zu unserem kleinen kroatischen Zuhause.
Unser Fazit: Urlaub in Jadranovo und auf Krk
Unser Kroatien-Roadtrip hat uns einmal mehr gezeigt, dass die schönsten Reisepläne manchmal diejenigen sind, die man nicht macht.
Jadranovo ist kein spektakulärer Hotspot und gerade deshalb hat uns der Ort so gut gefallen. Wer einen ruhigen Urlaub an der kroatischen Küste sucht, gerne in der Natur ist und mit Hund reist, findet hier viele Möglichkeiten für entspannte Tage am Meer.
Auch die Lage ist ideal.
Von Jadranovo aus erreicht man schnell Rijeka, Crikvenica und die Insel Krk. Damit eignet sich der Ort hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Kvarner Bucht.
Die Insel Krk selbst hat uns ebenfalls begeistert. Die historische Stadt Krk, die kleinen Buchten, das klare Wasser und die hundefreundlichen Strände machen die Insel zu einem abwechslungsreichen Reiseziel.
Besonders schön war für uns die Kombination aus Stadt und Natur.
Vormittags durch historische Gassen schlendern, anschließend veganes Eis essen, nachmittags mit Hannah im Meer baden und abends bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang anschauen.
Mehr brauchen wir eigentlich gar nicht.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise:
Wir müssen nicht immer möglichst viel sehen.
Manchmal reicht ein kleiner Ort am Meer, eine schöne Unterkunft, ein Hund, der glücklich durch die Gegend läuft, und genügend Zeit, um einfach irgendwo sitzen zu bleiben.
Jadranovo hat uns genau das gegeben.
Und deshalb fällt uns der Abschied am Ende auch so schwer.
Wir wären wirklich gerne noch geblieben.














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