Parma ohne Schinken: Vegan und mit Hund durch Italiens kulinarische Hauptstadt

Parma vegan entdecken – geht das überhaupt?

Um vor dem Winter noch ein bisschen Sonne abzustauben, geht es für uns wieder nach Italien.

Italien im Herbst – für uns ohnehin eine ziemlich unschlagbare Kombination: angenehme Temperaturen, warme Sonnenstrahlen, gutes Essen und dieses ganz besondere Lebensgefühl, das uns jedes Mal sofort entschleunigt.

Unser erster Stopp auf dieser Reise ist Parma.

Und damit sind wir direkt mitten in einem kleinen kulinarischen Dilemma.

Parma ist schließlich weltberühmt für zwei Dinge, die bei uns eher nicht auf dem Speiseplan stehen: Parmigiano Reggiano und Prosciutto di Parma, also Parmesan und Parmaschinken.

Da stellt sich natürlich die Frage, die uns im Vorfeld nicht nur einmal gestellt wird:

Was wollen zwei Veganer eigentlich in Parma?

Unsere Antwort ist eigentlich ganz einfach:

Dasselbe wie in jeder anderen italienischen Stadt.

Wir wollen die Stadt entdecken, durch historische Gassen schlendern, das italienische Lebensgefühl genießen und herausfinden, welche pflanzenbasierten kulinarischen Möglichkeiten es vor Ort gibt.

Denn Parma vegan zu erleben, klingt zunächst vielleicht nach einer Herausforderung. Aber genau solche Reisen finden wir besonders spannend. Es geht nicht darum, auf das zu verzichten, was eine Stadt ausmacht, sondern darum, sie aus unserer eigenen Perspektive kennenzulernen.

Und natürlich ist auch Hannah wieder mit dabei.


Ankommen in Parma mit Hund

Nach der langen Fahrt erreichen wir unser hundefreundliches Hotel, das Novotel Hotels.

Bevor wir uns in das Stadtleben stürzen, brauchen wir erst einmal eine Pause.

Die lange Autofahrt steckt uns noch ein wenig in den Knochen und deshalb führt unser erster Weg nicht direkt in die Altstadt, sondern in die Sauna.

Während draußen langsam der Abend hereinbricht, können wir endlich abschalten.

Auch Hannah scheint froh zu sein, angekommen zu sein. Nach einer langen Autofahrt gibt es schließlich nichts Besseres als ein bisschen Bewegung und neue Gerüche.

Für sie ist jede neue Stadt ohnehin ein kleines Abenteuer.

Für uns beginnt Parma dagegen erst einmal ganz entspannt.

Nach Sauna und Erholung machen wir uns am Abend schließlich auf den Weg in die Stadt.

Unser Ziel ist das Uaglio.

Hier gibt es unter anderem vegane Pizza-Alternativen – und damit wären wir eigentlich schon bei einem unserer wichtigsten Italien-Kriterien angekommen.

Pizza geht immer.

Und eine gute Pizza ist für uns ein ziemlich perfekter Start in einen Italien-Trip.

Wir genießen den Abend, lassen den ersten Tag langsam ausklingen und fallen später satt und zufrieden in unser gemütliches Hotelbett.

Alt werden wir heute nicht mehr.


Parma: Zwischen Parmigiano, Prosciutto und Geschichte

Am nächsten Morgen wollen wir endlich etwas von Parma sehen.

Doch bevor es auf Sightseeing-Tour geht, steht natürlich eine Sache ganz oben auf unserer Liste:

Frühstück.

Unser erster kulinarischer Stopp ist das HUMUS Bistrot Parma.

Und hier bekommen wir genau das, was wir uns für einen veganen Start in den Tag wünschen: vegane Croissants, Cappuccino mit pflanzlicher Milch, Müsli und frisch gepresste Säfte.

So darf ein italienischer Morgen beginnen.

Anschließend machen wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung Innenstadt.

Parma liegt in der Region Emilia-Romagna und gehört mit rund 200.000 Einwohnern zu den größeren Städten der Region. Die Stadt ist vor allem für ihre kulinarische Tradition bekannt, hat aber weit mehr zu bieten als Schinken und Käse.

Parma war bereits in der Antike bedeutend und wurde von den Römern als Kolonie gegründet. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Region. Besonders prägend war später die Zeit unter den Farnese, die Parma im 16. und 17. Jahrhundert zu einem bedeutenden kulturellen und politischen Zentrum machten.

Und genau diese Geschichte sieht man der Stadt an.


Parma Sehenswürdigkeiten: Altstadt, Dom und Teatro Farnese

Unser Weg führt zunächst durch eine große Parkanlage.

Für uns ist das ein echter Glücksgriff, denn Hannah kann hier ausgiebig schnüffeln und sich die Beine vertreten. Reisen mit Hund bedeutet für uns schließlich nicht nur, dass ein Hotel Hunde erlaubt. Wir freuen uns vor allem über Orte, an denen unser Hund tatsächlich willkommen ist und genügend Möglichkeiten für Bewegung bekommt.

Danach erreichen wir die historische Altstadt.

Parma hat eine angenehme Größe, um die Innenstadt zu Fuß zu erkunden. Wir schlendern durch kleine Gassen, vorbei an eleganten Häuserfassaden, individuellen Geschäften und historischen Gebäuden.

Besonders beeindruckend ist der Dom von Parma mit seinem romanischen Bau und der berühmten Kuppel. Im Inneren befindet sich eines der bekanntesten Werke des Renaissance-Malers Correggio: die illusionistische Deckenmalerei in der Kuppel.

Direkt neben dem Dom steht das Baptisterium von Parma, ein achteckiger Bau aus rosafarbenem Veroneser Marmor. Es gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerken der Stadt und ist schon von außen ein echter Hingucker.

Wir lassen uns allerdings bewusst treiben.

Heute geht es nicht darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Wir möchten Parma erleben.

Durch die Gassen laufen.

Menschen beobachten.

In Schaufenster schauen.

Hannah beim Erkunden zuschauen.

Und zwischendurch einfach irgendwo stehen bleiben, wenn uns etwas gefällt.


Parma vegan: Zwischen Käseläden und pflanzlichen Alternativen

Natürlich kommen wir dabei immer wieder an den kulinarischen Wahrzeichen Parmas vorbei.

Parmigiano Reggiano wird traditionell in der Emilia-Romagna hergestellt und ist eng mit der Identität der Region verbunden. Gleiches gilt für den berühmten Prosciutto di Parma.

Überall finden sich Feinkostgeschäfte und Auslagen, in denen sich Schinken, Käse und andere regionale Spezialitäten stapeln.

Für uns sind diese Geschäfte eher eine kulturelle Sehenswürdigkeit als ein Einkaufsziel.

Wir schauen, staunen und ziehen weiter.

Denn auch wenn wir vegan leben, möchten wir die kulinarische Geschichte eines Ortes verstehen. Essen ist schließlich ein wichtiger Teil der italienischen Kultur – und Parma ist dafür ein besonders gutes Beispiel.

Gleichzeitig zeigt sich immer wieder, dass sich die kulinarische Landschaft verändert.

Auch in einer Stadt, die so stark für traditionelle tierische Produkte steht, gibt es inzwischen vegane und vegetarische Angebote.

Unser nächster Zwischenstopp ist das Mangia la Foglia Bio.

Wir gönnen uns einen kleinen Mittagssnack und genießen anschließend die herbstliche Nachmittagssonne.

Die bunten Fassaden leuchten im warmen Licht und die Stadt wirkt beinahe wie eine Filmkulisse.

Dazu ein Glas Aperol.

Wir sitzen einfach da und genießen den Moment.

Genau für solche Augenblicke reisen wir.


Parma mit Hund: Italien entspannt entdecken

Was uns auf dieser Reise besonders auffällt: Parma lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden.

Und das ist natürlich auch für Hannah ideal.

Sie darf die Stadt mit ihrer Nase entdecken, bleibt immer wieder stehen und findet offenbar an jeder Ecke etwas Interessantes.

Italiener und Hunde – das ist ohnehin häufig eine ziemlich gute Kombination.

Hannah bekommt Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten und den einen oder anderen besonders liebevollen Blick.

Und natürlich sorgt sie auch hier wieder für Gesprächsstoff.

Wir haben inzwischen akzeptiert, dass wir auf Reisen nicht unbedingt wegen unserer Kleidung oder unserer Frisuren angesprochen werden.

Es ist der Hund.

Fast immer.

Aber ehrlich gesagt macht uns das nichts aus.


Ein Abend in Parma

Nach unserer kleinen Siesta machen wir uns am Abend wieder auf den Weg.

Diesmal geht es zum Dinner ins Apriti Sesamo Parma.

Nach einem langen Tag in der Stadt freuen wir uns auf einen gemütlichen Abend und gutes Essen.

Was wir an Italien besonders lieben, ist dieses Gefühl, dass Essen hier nicht einfach nur eine notwendige Mahlzeit ist.

Es ist ein Teil des Tages.

Man nimmt sich Zeit.

Man sitzt zusammen.

Man redet.

Man genießt.

Und auch wenn wir bei vielen klassischen italienischen Gerichten erst einmal prüfen müssen, welche Zutaten verwendet werden, finden sich immer mehr Möglichkeiten für vegane Ernährung.

Gerade in größeren Städten wie Parma wird veganes Reisen dadurch zunehmend unkomplizierter.

Für uns ist das ein schönes Zeichen dafür, dass Tradition und moderne Ernährungsweisen durchaus nebeneinander existieren können.


Parma ohne Schinken – unser Fazit

Am nächsten Morgen heißt es für uns schon wieder Abschied nehmen.

Wir fahren weiter Richtung Süden und lassen Parma hinter uns.

Und während die Stadt langsam kleiner wird, ziehen wir unser persönliches Fazit:

Parma geht sehr wohl ohne Schinken und Käse.

Natürlich ist die Stadt stark mit Parmigiano Reggiano und Prosciutto di Parma verbunden. Das gehört zur Geschichte und zur Identität der Region und macht einen Teil ihres kulinarischen Erbes aus.

Aber Parma ist eben mehr als das.

Die Stadt hat wunderschöne historische Gebäude, charmante Gassen, beeindruckende Plätze, eine lebendige Kulturszene und jede Menge italienisches Lebensgefühl.

Und auch wer vegan reist, muss hier nicht verhungern.

Im Gegenteil.

Wir haben auf unserer kurzen Reise mehrere Möglichkeiten entdeckt, vegan zu frühstücken, Pizza zu genießen und vegetarische beziehungsweise pflanzenbasierte Restaurants auszuprobieren.

Für uns zeigt Parma deshalb einmal mehr, dass veganes Reisen in Italien viel einfacher sein kann, als man zunächst denkt.

Und dann wäre da natürlich noch Hannah.

Auch sie kommt in Parma voll auf ihre Kosten und schafft es wieder einmal, einigen Italienern den Kopf zu verdrehen.

Wir sind uns ziemlich sicher, dass sie am Ende unserer Reise mehr neue Freunde hat als wir.

Vielleicht ist das ohnehin ihr ganz persönliches Reisesystem:

Neue Stadt, neue Gerüche, neue Menschen – und möglichst viele Streicheleinheiten.

Für uns geht es weiter Richtung Süden.

Die Sonne begleitet uns noch ein Stück.

Und Parma bleibt als überraschend vielseitiger Stopp auf unserer Italienreise zurück.

Eine Stadt zwischen Renaissance, Parmigiano und Prosciutto – die wir trotzdem ganz wunderbar vegan und mit Hunderleben konnten.

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